Nachlese
01. - 03. Dezember 2014, Köln

Abschlusskonferenz des Host City Programms

Das "Host City Programm WM Brasilien 2014 – Deutschland 2006/2011: Partner für nachhaltige Stadtentwicklung" hat vom 1. bis 3. Dezember 2014 im RheinEnergieStadion Köln seine Abschlusskonferenz durchgeführt. Über 50 Vertreterinnen und Vertreter aus den deutschen und brasilianischen Host Cities und Bundesländern der FIFA-Fußball Weltmeisterschaften 2006, 2011 und 2014 waren zusammen gekommen, um den Blick zurück auf die WM in Brasilien sowie auf das Host City Programm für den bilateralen Erfahrungsaustausch zu werfen.

Gruppenfoto zur Abschlusskonferenz im RheinEnergieStadion Köln. Foto: Barbara FrommannIn der Diskussion zur WM selbst war man sich einig, dass die technisch-organisatorische Umsetzung sehr gut gelungen und dabei auch die Zusammenarbeit zwischen den drei brasilianischen Staatsebenen Bund, Ländern und Kommunen sowie zwischen unterschiedlichen Ressorts dauerhaft verbessert worden sei. Die Prognosen zur künftigen Nutzung der für die WM geschaffenen Infrastruktur, insbesondere der Stadien, fiel hingegen überwiegend kritisch aus; ebenso die Beurteilung des Umgangs mit der Zivilgesellschaft vor Ort, die in die stadtplanerischen und organisatorischen Vorbereitungen kaum einbezogen worden sei. Auf die Frage, was er künftig bei der Ausrichtung eines sportlichen Großereignisses anders machen würde, räumte der brasilianische Staatssekretär für das WM-Büro im Bundesland Bahia, Ney Campello, ein, dass er mit der Planung frühzeitiger beginnen und den Dialog mit der städtischen Gesellschaft intensivieren würde, um künftig ein positives Vermächtnis für die gesamte Bevölkerung zu schaffen.

Konferenzteilnehmer auf dem Podium. V.l.: Carolina Fontes (São Paulo), Ney Campello (Salvador-Bahia), Thomas Fatheuer (Referent). Foto: Barbara FrommannDas Host City Programm hat mit 23 Veranstaltungen zum bilateralen Erfahrungsaustausch mehr als 1000 Fachleute in den brasilianischen Host Cities und Bundesländern adressiert und dabei intensive Befragungen, Diskussionen und Übungen ermöglicht. Der Fachaustausch zu nichtpolizeilicher Gefahrenabwehr und gesundheitlichem Bevölkerungsschutz, der in enger Kooperation mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren in der Bundesrepublik Deutschland (AGBF Bund) stattgefunden hatte, wurde auf der Abschlusskonferenz sehr positiv bilanziert. Für die Themenfelder der allgemeinen Planung und Organisation der WM hätte man sich mehr Erfahrungsaustausche gewünscht, was jedoch unter anderem durch die Rahmenbedingungen eines bedarfsorientierten Projektes mit hoher Eigenbeteiligung der Partner sowie durch eine fehlende bilaterale Regierungsvereinbarung zum Thema Kommunalentwicklung erschwert war.

Projektbeteiligte. Foto: Barbara FrommannAuch in der Informations- und Bildungsarbeit war das Host City Programm aktiv: über die WM 2014 wurden in Deutschland elf Veranstaltungen mit über 500 Gästen durchgeführt, vor allem mit Jugendlichen, die mit den Themen der Außen-, Entwicklungs- und Sportpolitik nicht vertraut sind.

Das Ende des Host City Programms wird voraussichtlich nicht das Ende der Kooperation zwischen den programmteilnehmenden Städten und Bundesländern sein. Dieses positive Konferenzergebnis legt der überwältigend große Wunsch aller Beteiligten nahe, nun auf unterschiedlichen Wegen weiter zusammenzuarbeiten, etwa im Rahmen von kommunalen Partnerschaften, Feuerwehrpartnerschaften oder thematischen Netzwerken. Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global und auch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Sektorvorhaben Sport für Entwicklung, werden diese Bemühungen unterstützen.
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