12. Juni 2008 / Pressemitteilung der Stadt Bonn

Nach der UNO-Naturschutzkonferenz: Bonn verstärkt seine Aktivitäten zum Schutz des Klimas und der biologischen Vielfalt

OB Dieckmann: Bonn ist Gewinner der Konferenz - Werben für Klima- und Biodiversitätsschutz soll intensiviert werden

ib Bonn - Ein starker Konferenzstandort, zufriedene Tagungsteilnehmer, viel Lob von allen Seiten - vor dem Hintergrund dieser Bilanz der UNO-Naturschutzkonferenz richtete Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann den Blick nach vorn: "Der Schutz von biologischer Vielfalt und Klima ist ein großes Anliegen, und wir werden unsere vielen guten Aktivitäten verstärken".

Um für den Einsatz von regenerativen Energien und mehr Energieeffizienz zu werben, setzt die Oberbürgermeisterin ihre Gespräche mit Architekten, Investoren und Handwerkern fort. Sie will auch auf die Banken in Bonn zugehen, damit die Themen schon bei den Finanzierungsberatungen zur Sprache kommen.

Frau Dieckmann hofft auch darauf, noch mehr Bonner zur Nutzung von Öko-Strom ermuntern zu können: "In Bonn gibt es nur 500 Abnehmer, das müssen noch viel mehr werden." Das Formular - "in 60 Sekunden auszufüllen" - soll jetzt bei städtischen Veranstaltungen ausliegen.

Auf Information setzt die Stadt auch bei der Werbung für den "Weg der Artenvielfalt", der aus Anlass der UNO-Konferenz auf der Waldau eröffnet wurde und bis Ende 2009 auf 2,5 Kilometer Länge angewachsen sein soll. "Dort erfahren große und kleine Besucher ganz hautnah, was Artenvielfalt ist", so Frau Dieckmann. Sie kündigte an, dass sie nach den Sommerferien alle Schulen anschreiben und auf das Angebot hinweisen wird.

Erhöht werden soll auch die Zahl der Umwelt-Bildungsprojekte. 71 Veranstaltungen hat die Stadt 2007 gefördert, über 1400 Schülerinnen, Schüler und Kindergartenkinder nahmen daran teil. Die Zahl soll dank weiterer Partner auf mindestens 100 pro Jahr steigen.

Sichtbare Artenvielfalt gibt es inzwischen auch an verschiedenen Stellen des sogenannten Verkehrsgrüns: In Godesberg, an der Sparkasse in der Bonner Innenstadt, an der Sandkaule blühen zurzeit einheimische Wildstauden, die den Übergang von der pflegeintensiven Begrünung zur extensiven Bepflanzung markieren. Welch schönen Anblick diese Beete in zwei bis drei Jahren bieten werden, ist heute schon am Philosophenring in Bad Godesberg zu sehen.

Die Oberbürgermeisterin will in naher Zukunft mehr Schulen für das "Fifty-Fifty"-Programm zur Energieeinsparung gewinnen, bei dem die Schulen die Hälfte des eingesparten Geldes behalten dürfen.

Bei den eigenen städtischen Gebäuden werde "alles getan, was möglich und sinnvoll ist", wenn dort Sanierungen oder Neubauten anstehen.

Auch die Möglichkeiten, Einfluss auf energiesparende Bauweise zu nehmen, wird genutzt. Wo die Stadt Eigentümerin der Grundstücke ist, wie im Gebiet "Im Rosenfeld", kann zum Beispiel der KfW-60-Standard festgesetzt werden; dort würde über das Programm "GOSOL" auch eine optimale Ausrichtung der Gebäude geplant, um Sonneneinstrahlung effizient nutzen zu können. Für das Gebiet "Am Hölder" ist die Stadt beim Wirtschaftsministerium NRW vorstellig geworden, um einen Anschluss- und Benutzungszwang für Nahwärme zu erreichen. Das Land unterstützt das Vorhaben, das ein Pilotprojekt wäre, weil die Grundstücke nicht der Stadt gehören.

Unterstützen werde die Stadt auchdie "Grüne Welle", ein Anliegen des Exekutiv-Sekretärs der UNO-Konvention zur biologischen Vielfalt (CBD), Dr. Ahmed Djoghlaf, mindestens in jeder Schule, vielleich sogar für jedes Kind auf der Welt einen Baum zu setzen. Dies sei für das grüne Bonn zwar kein vordringliches Projekt, sie wolle sich aber dafür einsetzen, dass in den Schulen der Projektpartnerstädte Bonns Bäume gepflanzt werden; die Stadt werde deshalb die Partnerschaftsvereine ansprechen.

Schließlich setzt die Stadt auch konsequent auf faire Beschaffung und regionale Produkte. Wenn für Empfänge im Rathaus Büffets ausgeschrieben werden, ist die Forderung nach regionalen und fair gehandelten Produkten schon seit Längerem Standard.

Sie sollen auch bei noch mehr Hotels, Veranstaltungsorten und Caterern zum Einsatz kommen. Dem erfolgreichen Projekt "Sustainable Bonn" gehören schon über 30 Betriebe an, das Interesse ist groß. "Damit haben wir auch einen Standortfaktor", sagte Frau Dieckmann. Da das Thema Nachhaltigkeit ein charakteristisches Thema der in Bonn ansässigen nationalen und internationalen Institutionen ist, profitiere der Standort Bonn von der Glaubwürdigkeit, dass auch in Teilen des Gastronomie- und Hotelleriegewerbes nachhaltig gearbeitet werde.

Auch der Rückblick auf die UNO-Naturschutzkonferenz, zu der 6500 Teilnehmer nach Bonn gekommen waren, ist positiv: "Wir haben mit großer Kraft ein Jahr lang Vorbereitungen getroffen", so Frau Dieckmann. "Deshalb sage ich ganz selbstbewusst: Ein Gewinner der UNO-Naturschutzkonferenz steht fest, und das ist Bonn." Sie dankte allen Mitwirkenden, allen voran Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, der die Konferenz nach Bonn gebracht habe, und CBD-Chef Djoghlaf. "Wir haben von allen Seiten nur Lob erhalten, und zum Schluss gab es im Konferenzsaal "standing ovations" - für die Ausrichtung der Konferenz und für die Gastgeberstadt." Nicht wenige Delegierte hätten bestätigt, dass die besondere Atmosphäre Bonns zum Erfolg der Tagung beigetragen habe.

Fragen zum Bericht aus Bonn: Presseamt der Stadt Bonn, Telefon: 02 28/77-30 00, E-Mail: presseamt@bonn.de
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Claudia Gruszinkat, 13. Jun 2008 15:15