13. bis 15. Oktober 2015, München

Klimapartnerschaften der dritten Projektphase: Handlungsprogramme liegen vor

Mehr als 120 Vertreterinnen und Vertreter aus afrikanischen und deutschen Kommunen trafen sich bei einem Internationen Workshop in Muenchen.  Foto: Andreas GrasserAlles hatte in München begonnen - mit einer Moderationskarte, auf der im Jahr 2009 die Idee 50 kommunale Klimapartnerschaften zu gründen niedergeschrieben wurde. Nun kehrte das Projekt mit einem internationalen Workshop nach München zurück. So berichteten es Anita Reddy, Bereichsleiterin bei Engagement Global, und Dr. Klaus Reuter, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft lokale Agenda 21 NRW, anlässlich der Eröffnung der Veranstaltung im Nymphenburger Schloss.

Delegationen aus Ho Distrikt, Ghana, und Unterschleißheim präsentieren ihr gemeinsames Handlungsprogramm. Foto: Andreas GrasserInzwischen gibt es 43 kommunale Klimapartnerschaften. Neun davon präsentierten ihre Arbeit vom 13. bis 15. Oktober bei dem internationalen Workshop in München. Die Veranstaltung zählte rund 120 Teilnehmende, darunter Delegationen aus den an der dritten Projektphase beteiligten Kommunen aus Burkina Faso, Deutschland, Ghana, Kamerun, Lesotho, Senegal und Südafrika. Am ersten Tag nahmen zudem Botschaftsvertreter sowie externe Akteure aus Zivilgesellschaft und Entwicklungszusammenarbeit teil. Vertreterinnen und Vertreter der anderen Projektphase nutzen die Gelegenheit zu einem phasenübergreifenden Erfahrungsaustausch. Die Veranstaltung bildet den Abschluss der dritten Projektphase des Projektes „50 kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“.

Sarah Hügler vom Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit lobte das Engagement innerhalb der Klimapartnerschaften: "Kommunen gelten in Bezug auf Klimaschutz schon heute als Vorreiter. (...) Die Klimapartnerschaften gehen mit gutem Beispiel voran, stecken eigene gemeinsame Ziele und setzen konkrete Projekte um. Klimapartnerschaften betrachten Klimaschutz und -anpassung im Kontext globaler Entwicklungen. Noch dazu tun sie dies in Dialog zwischen Nord und Süd und werfen damit Fragen der Klimagerechtigkeit auf."

Prof. Dr. Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie, gab in seinem Fachvortrag einen Überblick über die neusten Erkenntnisse zum Klimawandel. Den direkten Erfahrungsaustausch zwischen Kommunen wie er im Klimapartnerschaftsprojekt praktiziert wird, bezeichnete Fischedick als einen wichtigen Erfolgsfaktor für die beschleunigte Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen: "Wir müssen den Druck erhöhen, dass endlich gehandelt wird, dass Klimaschutz nicht einfach nur beschlossen wird. Dazu müssen wir die Städte und Gemeinden viel stärker miteinander vernetzen. Und sie gleichzeitig befähigen, in Klimaschutzmaßnahmen zu investieren und diese umsetzen zu können. Veranstaltungen wie diese muss es künftig noch viel häufiger geben."

Austausch, Dialog und ein Blick in die Zukunft
Die Plakat-Ausstellung der kommunalen Klimapartnerschaften lädt zum Austausch zu den verschiedenen Handlungsprogrammen ein. Foto: Andreas GrasserDer erste Tag der Veranstaltung war geprägt vom Austausch und Dialog rund um die Handlungsprogramme zu Klimaschutz und Klimafolgenanpassung, die die neun Klimapartnerschaften der 3. Projektphase in den vergangenen eineinhalb Jahren erarbeitet hatten. Eine Posterausstellung zeigte Impressionen vom Fachexpertenaustausch innerhalb der einzelnen Klimapartnerschaften und vermittelte einen Überblick über die Schwerpunktthemen. Diese wurden anschließend in vier Fachforen zu den Themen Nutzung Erneuerbarer Energieträger, Energieeffizienz, Aufforstung, Wassermanagement und Umweltbildung vertieft.

Die zwei darauffolgenden Tage nutzen die beteiligten Klimapartnerschaften für einen Blick in die Zukunft und die Planung der nächsten Schritte. Die Akteure der einzelnen Klimapartnerschaften verständigten sich auf einen Fahrplan für die nächsten 1bis 2 Jahre. Besprechungen und Besuche wurden genauso festgehalten, wie die geplante Antragstellung zur Förderung von einzelnen Projekten. Viele der Klimapartnerschaften planen demnach Angebote der Engagement Global wie Nakopa oder ASA-kommunal für die Umsetzung ihrer Handlungsprogramme zu nutzen.

Fachwissen bietet neue Impulse für die Klimapartnerschaften
Besichtigung eines unterirdisches Regenrückhaltebecken in München. Foto: Andreas Grasser„Wasser und Hochwasserschutz“ lautete das Oberthema der seitens der Landeshauptstadt München vorbereiteten Fachexkursion. Die Renaturierung der Isar, die Platz für Retentionsflächen schaffte, zählte dabei genau wie ein unterirdisches Regenrückhaltebecken und ein Wasserkraftwerk zu den Stationen der Exkursion. Im Tierpark Hellabrunn standen das Artenschutzzentrum und eine Biogasanlage auf dem Programm.

Die Partnerschaft Solingen-Thiès, Senegal, bei der Planung der nächsten Schritte. Foto: Andreas GrasserPraktische Erfahrungen einzelner Akteure des Netzwerks standen im Mittelpunkt des dritten Tags. Einzelne Themenpaten aus dem Kreise des Netzwerkes teilten in fünf Arbeitsgruppen ihr Wissen und lieferten neue Impulse für die Arbeit. Dabei zeigte sich einmal mehr die Vielfalt des Fachaustausches. Während in einer Arbeitsgruppe das Modell eines energieeffizienten Ofens die Grundlage für eine Diskussion zum Schutz natürlicher Ressourcen bildete, beschäftigte man sich am Nachbartisch mit den Möglichkeiten zur Einspeisung von erneuerbaren Energien ins Stromnetz. Die Verknüpfung von Partnerschaftsarbeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung stand bei einer weiteren Arbeitsgruppe auf der Agenda. Darüber hinaus reflektieren die Teilnehmenden gemeinsam darüber, inwiefern Frauen und Männer unterschiedlich vom Klimawandel betroffen sind oder Maßnahmen zu Klimaschutz zur Schaffung von Arbeitsplätzen genutzt werden können.

Zum Abschluss der dreitägigen Veranstaltung dankte Dr. Stefan Wilhelmy, Leiter der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt, den Akteuren der Klimapartnerschaften: "Danke für Ihre Teilnahme, Ihre Zuversicht und Ihr Vertrauen. Ohne Ihr Engagement wären wir gemeinsam nie so weit gekommen." Der gemeinsame Weg der Klimapartnerschaften der dritten Projektphase geht nun in Richtung der Umsetzung der Handlungsprogramme. Die Teilnehmenden verständigten sich darauf, den Austausch zu den Fortschritten der einzelnen Klimapartnerschaften auch in Zukunft über einen jährlichen Newsletter sowie ein Netzwerktreffen der beteiligten deutschen Kommunen aufrecht zu erhalten.

Links zu Berichterstattung in den Kommunen:

typ: klimapartnerschaftentitel:internationaler-workhop-muenchen