Migration und Entwicklung auf lokaler Ebene (Pilotprojekt 2007 bis 2009)
Migrant/innen-Selbstorganisationen (MSO) sind wichtige Akteure der Entwicklungspolitik. Zwischen ihnen, den kommunalen Stellen für Integration und für Internationales/Eine-Welt sowie den lokalen Eine-Welt-Gruppen und -Vereinen gibt es bislang aber nur wenig Berührungspunkte, obwohl sich die Akteure gegenseitig bereichern könnten. Aus diesem Grund hat die Servicestelle 2007 das auf drei Jahre angelegte Pilotprojekt "Migration und Entwicklung auf lokaler Ebene" ins Leben gerufen. Im Kern ging es dabei um die Frage, wie eine Kooperation und Vernetzung zwischen den verschiedenen Akteursgruppen modellhaft entwickelt und für die Entwicklungspolitik fruchtbar gemacht werden kann.Das Projekt wurde vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert und von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt gemeinsam mit dem forum für internationale entwicklung + planung in Esslingen und dem Institut für soziale Innovation in Solingen durchgeführt.
In der ersten Projektphase wurde ein Gutachten erstellt, das die Chancen und Herausforderungen einer systematischen Zusammenarbeit von kommunaler Entwicklungszusammenarbeit und entwicklungspolitisch aktiven MSO herausarbeitete. Daran anknüpfend begleitete die Servicestelle zwei Jahre lang ausgewählte Modellkommunen in ganz Deutschland auf ihrem Weg zu einer verbesserten interkulturellen Zusammenarbeit. Beteiligt waren die Städte Bonn, Kiel, Leipzig, München und der Kreis Düren. In Workshops, Arbeitsgruppen und Konferenzen erarbeiteten die Teilnehmer gemeinsam Wege und Möglichkeiten des Zusammenwirkens und des Dialogs. Für die MSO aus den Modellkommunen wurden zusätzlich speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Workshops zum Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) von InWEnt angeboten.
Trotz der Heterogenität der verschiedenen Gruppen und Institutionen konnten so in allen beteiligten Kommunen Potenziale der Zusammenarbeit entfaltet werden. Die Teilnehmenden haben erkannt, dass die positiven Zusammenhänge zwischen Migration, Entwicklungszusammenarbeit und Integration auf lokaler Ebene verstärkt in den Blick genommen und neue Kooperationen erprobt werden sollten. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass die Annäherung der Akteure erst am Anfang steht und gezielter Unterstützung bedarf.
Die aus dem Pilotprojekt ableitbaren Handlungsempfehlungen werden wir in Kürze in einer Abschlusspublikation veröffentlichen. Außerdem bauen wir ein bundesweites Netzwerk auf, mit dem wir die interkulturelle Zusammenarbeit in zahlreichen weiteren Kommunen fördern wollen.