Negative Bilanz beim Kampf gegen den Hunger

Die Zahl der hungernden Menschen weltweit ist auf rund 852 Millionen angewachsen. Damit sei “praktisch kein Fortschritt“ im Kampf gegen den Hunger erreicht worden, zog die UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) in einem Bericht Zwischenbilanz. Auf dem Welternährungsgipfel 1996 hatten sich die Regierungen der Mitgliedstaaten zum Ziel gesetzt, die Zahl der Hungernden bis zum Jahr 2015 zu halbieren.

Anlässlich des FAO-Berichts stellten Deutsche Nichtregierungsorganisationen der Staatengemeinschaft ein schlechtes Zeugnis für ihre Anstrengungen im Kampf gegen den Hunger in der Welt aus. Die bisherigen Maßnahmen seien nicht wirksam, heißt es in der Studie „Magere Bilanz – Deutsche Hungerpolitik zehn Jahre nach dem Welternährungsgipfel“, die „Brot für die Welt“, das Forum Umwelt und Entwicklung, Germanwatch, Misereor und FIAN Deutschland am 30. Oktober in Berlin vorstellten. Gleichzeitig wird die Bundesregierung aufgefordert, ihre Entwicklungspolitik zu ändern.

Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul wies die Kritik als unberechtigt zurück. Das Bundesentwicklungsministerium fördere in über 30 Ländern Programme zur ländlichen Entwicklung mit einem Volumen von insgesamt 350 Millionen Euro. Dabei werde ein breiter Ansatz verfolgt, der die Förderung der ländlichen Entwicklung in den Mittelpunkt stelle.

Die NRO-Studie ist erhältlich beim Forum für Umwelt und Entwicklung, am Michaelshof 8-10, 53177 Bonn, Fon: 0228-359704, info@forumue.de
Claudia Gruszinkat, 02. Nov 2006 12:45