Neun Monate nach der Tsunami-Katastrophe – Positive Bilanz
Ausstellung zum Wiederaufbau im Roten Rathaus in BerlinBerlin.Neun Monate nach der Tsunami-Katastrophe findet in Berlin im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen eine Ausstellung mit dem Titel „Nach der Tsunami-Katastrophe – wie funktioniert der Wiederaufbau“ statt. Diese Ausstellung wird seitens der Bundesregierung durchgeführt und bietet deutschen Organisationen und Unternehmen Gelegenheit, sich aus erster Hand über das bislang Geleistete und die Perspektiven eines nachhaltigen Wiederaufbaus zu informieren.
Anlässlich der Konferenz zog Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul eine positive Bilanz über die bisher geleisteten Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen: „Die schnelle und umfassende Hilfe direkt nach dem Tsunami konnte weitere schlimme Auswirkungen verhindern. So ist nach dem Tsunami keine Seuche ausgebrochen – und eine Nahrungsmittelkrise blieb auch aus. Das ist ein großer Erfolg. Ende dieses Jahres wird nun die Not- und Übergangshilfe abgeschlossen sein. Nun geht es darum, den Menschen durch einen nachhaltigen, sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen orientierenden Wiederaufbau eine langfristige Lebensperspektive zu eröffnen. Dies braucht Zeit und Geduld“, betonte Heidemarie Wieczorek-Zeul. „Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat für diese Form des Wiederaufbaus die notwendigen Voraussetzungen geschaffen, indem sie partnerschaftlich mit den Menschen in der Region zusammenarbeitet“, erklärte Wieczorek-Zeul.
Die deutschen Beiträge sind in die nationalen Aufbaupläne der von der Flutkatastrophe betroffenen Länder eingebettet. So fördert Deutschland unter anderem den Wiederaufbau der Gesundheitsversorgung, die Berufsbildung und den Wohnungsbau. Darüber hinaus werden lokale Verwaltungen dabei unterstützt, unter Einbeziehung der betroffenen
Bevölkerung, insbesondere von Frauen, die Folgen der Katastrophe zügig und effizient zu bewältigen.
Deutschland hatte bereits kurz nach der Flutkatastrophe für entwicklungsorientierte Not- und Übergangshilfe und Wiederaufbau 500 Millionen Euro für einen Zeitraum von fünf Jahren zusätzlich zur Verfügung gestellt. „Diese Mittel sind ein Ausdruck der Solidarität der Bundesregierung mit den Menschen in der Tsunami-Region. Mit unserem Beitrag zum Wiederaufbau wollen wir auch langfristig zu Stabilität und Frieden in der Region beitragen“, erklärte Wieczorek-Zeul. Die Ministerin lobte noch einmal ausdrücklich die große Spendenbereitschaft der deutschen Bevölkerung. „Damit haben wir gezeigt: Es gibt weltweite Solidarität in der Katastrophe. Nun setzen wir mit der Entwicklungszusammenarbeit alles daran, auch Solidarität zur Verhinderung von Katastrophen umzusetzen.“
Zugleich engagieren sich zahlreiche deutsche Kommunen, Vereine, Unternehmen und Schulen als Partner für den Wiederaufbau in Südostasien. Unmittelbar nach der Flutkatastrophe hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder die Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, Partnerschaften mit den betroffenen Ländern einzugehen und so langfristig den Wiederaufbau zu unterstützen. Der Bundeskanzler ernannte Christina Rau zur Sonderbeauftragten dieser Partnerschaftsinitiative. Das BMZ schuf hierauf eine Servicestelle bei der bereits bestehenden Organisation zur Vermittlung von Städtepartnerschaften InWEnt, die für die deutschen Partner geeignete, entwicklungspolitisch sinnvolle Wiederaufbauprojekte in Südostasien vermittelt und berät.
In ihrer Zwischenbilanz neun Monate nach dem Tsunami berichtete Christina Rau in Berlin von über 1.300 Hilfeanbietern aus Deutschland, die sich bereits an die Servicestelle Partnerschaftsinitiative gewandt hätten. 290 Wiederaufbauprojekte in Südindien, Sri Lanka, Indonesien und Thailand sind angelaufen. So bauen deutsche Städte und Gemeinden zum Beispiel Häuser und Schulen wieder auf, sie spenden Fischerboote, Unternehmen unterstützen Krankenhäuser, andere finanzieren die Ausstattung einer Bibliothek oder einer Feuerwehr. In der Regel sind mehrere deutsche Partner sowie eine erfahrene Hilfsorganisation an einem Projekt beteiligt. „Diese Entwicklungspartnerschaften können zu langfristigen Kontakten zwischen den Menschen hier in Deutschland und in Südostasien führen und so beide Seiten bereichern“, erklärte Christina Rau.
Die Ausstellung „Nach der Tsunami-Katastrophe – wie funktioniert der Wiederaufbau“ ist am 28. und 29. September im Roten Rathaus in Berlin zu sehen.
[|profil.cglomsda],
29. Apr 2006 10:55