Buchprojekt der Partnerschaftsinitiative erhält einen Sonderpreis des Berliner Kinder- und Jugendliteraturfestivals

Front-Cover von \„My Friend, the Sea“ von Sandhya Rao ist bei der Verleihung des Berliner Kinder- und Jugendbuchpreises am 6. Dezember mit einem Sonderpreis ausgezeichnet worden. Die durch Spenden der Schüler und Lehrer der Mittelschule Pegau in Sachsen unterstütze Publikation über einen vom Tsunami betroffenen Fischerjungen wurde in der Kategorie „Ambitioniertes Kinderbuchprojekt“ geehrt. Sie ist im indischen Tulika-Verlag erschienen und damit nicht bei einem im deutschen Sprachraum angesiedelten Verlag, wie es die Teilnahmebedingungen des Wettbewerbs eigentlich vorsehen. Der Leiter der Kultur- und Erziehungsabteilung der indischen Botschaft in Berlin, Sudhanshu Pandey, hat den Preis stellvertretend für die Autorin und den Verlag entgegengenommen.

Die Publikation war auf Empfehlung des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland in Chennai im März 2005 von der Servicestelle Partnerschaftsinitiative an die Mittelschule Pegau in Sachsen vermittelt worden. Um die pädagogische Arbeit mit traumatisierten Kindern zu fördern, wurde die tamilische Ausgabe zu einem Kostenbeitrag von nur 50 Cent an Schulen und Schulverwaltungen in der südindischen Katastrophenregion abgegeben.

„My friend, the sea“ handelt von einem Jungen, dessen Vater und Großvater erfahrene Fischer sind. Seit Generationen lebt die Familie am und vom Meer. Der Junge liebt das Meer wie sein Vater und Großvater und ist stolz auf diese Tradition. Er meint, das Meer gut zu kennen. Doch dann zerstört der Tsunami von einem auf den anderen Tag die Lebensgrundlage der Familie, der Vater bleibt verschollen. Aus der Perspektive des Jungen wird erzählt, wie er die quälenden Erinnerungen und Gefühle infolge der Flutkatastrophe zu verstehen versucht und wie er langsam wieder Hoffnung schöpft. Die Geschichte steht beispielhaft für die tausender anderer Kinder in einer ähnlichen Situation und zeigt Wege auf, das Trauma des Tsunami zu bewältigen und neuen Lebensmut zu entwickeln.

In der Begründung der Jury heißt es: „Wir möchten dieses Buchprojekt hervorheben, weil wir ihm eine größere Öffentlichkeit wünschen. Und in ihm auch ein empfehlenswertes Beispiel dafür sehen, wie Bücher über Ländergrenzen hinweg Verbindungen schaffen können.“ Die Berliner Kinderstiftung plant nun, eine deutsche Ausgabe herauszubringen, damit das Werk eine weite Verbreitung bei allen an Tsunami-Hilfsaktionen Beteiligten finden kann.
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Claudia Gruszinkat, 29. Apr 2006 10:55