Presseinformation 16.09.2009

Preisverleihung Wettbewerb Hauptstadt des Fairen Handels 2009

Hauptstadt des Fairen Handels 2009 (Signet)Karin Kortmann, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, überreichte heute in Vertretung der Schirmherrin, Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, in Düsseldorf die Preise im Wettbewerb "Hauptstadt des Fairen Handels". Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt der InWEnt gGmbH führte den bundesweiten Wettbewerb im vierten Durchlauf (nach 2003) auch als Beitrag zur Fairen Woche 2009 durch. Damit schloss der diesjährige Wettbewerb, der mit der Auslobung am 15. April 2009 begonnen hatte. Die Bewerbungsfrist endete am 24. Juli 2009.

Die Sieger (Preisgeld)
1. Preis: Stadt Marburg (35.000 Euro)
2. Preise: Stadt München, Stadt Saarbrücken (je 20.000 Euro)
3. Preise: Stadt Chemnitz, Gemeinde Rumbach (je 10.000 Euro)
Sonderpreis: Stadt Dortmund (5.000 Euro)

Die Preisträger 2009 in Düsseldorf, Copyright InWEnt gGmbhDamit wurde Marburg 2009 Sieger im Wettbewerb. Marburg erhielt das Recht, das abgebildete Signet zu verwenden. Ferner wurde ein Preisgeld von 35.000 Euro zuerkannt, das in die weitere Arbeit zum Thema fließen wird.

Es haben sich 40 Kommunen (2007: 25) mit 404 Projekten (2007: 125) beworben. Die Jury hat intensiv und auf Basis der Kriterien aus 2003 mit den Beiträgen und den Plätzen gerungen. "Letztlich waren alle Beiträge ein Zeichen für die vielen kooperativen und kreativen Ideen in den Städten und Gemeinden Deutschlands zur Stärkung des Fairen Handelns", so Michael Marwede von der Servicestelle.

Zum Sieger Marburg (Hessen, 80.000 Einwohner)
Ausschlaggebend für den 1. Preis waren die herausstechende Vielfalt der Aktivitäten, eine optimal genutzte Verknüpfung und Einbindung der Thematik in die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Ansprache vieler verschiedener und neuer Zielgruppen. Stichworte sind Tradition und Innovation. Beeindruckt hat die Jury die Kontinuität in der Projektarbeit, die Kreativität bei der Entwicklung neuer Ideen und Aktionen sowie die stetige, und bestimmt für alle Partner sehr fruchtbare, interkommunale Zusammenarbeit mit Eisenach, Honduras und Dortmund. Einige Beispiele: Kommunikationsmittel wie eine eigene Zeitschrift und eine eigene Radiosendung bei einem regionalen Sender werden breitenwirksam genutzt. Der Botanische Garten, eine Bio-Kaffeerösterei und der Weltladen sind als
entwicklungspolitische Lernorte etabliert. Süd-Partnerinnen der Frauenorganisation Comucap aus Honduras lernen den Fairen Handel in Deutschland kennen und sind während eines Austausches aktiv in die laufenden Projekte in Marburg und Eisenach eingebunden.

Neu im Wettbewerbsdurchgang 2009
Erstmals wurde ein attraktives Preisgeld ausgelobt: 100.000 Euro (statt bisher 10.000 Euro). Damit verbunden ist, dass die Preisträger die Ausgaben mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt abstimmen und für ihre Projektarbeit zum Fairen Handel vor Ort einsetzen.

Außerdem erhalten alle Bewerber und Preisträger einen exklusiven Zugang zu einem Erfahrungsaustausch, der im kommenden Jahr stattfinden wird.

Die Jury
  • Georg Abel, Verbraucher Initiative e.V.
  • Christoph Albuschkat, Forum Fairer Handel e.V.
  • Lothar Ferber-Hammeke, DZ Bank Mikrofinanzfonds
  • Dr. Werner Görtz, Landeshauptstadt Düsseldorf
  • Petra Heilig, Weltgebetstag der Frauen, Deutsches Komitee e.V.
  • Ute Kreienmeier, Deutscher Städte- und Gemeindebund (DStGB)
  • Dieter Overath, TransFair e.V.
  • Norbert Pfütze, Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen e.V./agl
  • Rainer Steeg, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
  • Axel Welge, Deutscher Städtetag
Juryvorsitzende 2009 wurde Petra Heilig.

Die Finanzierung
Den Wettbewerb hat in diesem Jahr das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) getragen. Die Preisverleihung unterstützte die Landeshauptstadt Düsseldorf.

Aus den Reden
(es gilt das gesprochene Wort)
Karin Kortmann hob in ihrer Rede die Bedeutung der lokalen Ebene für exzellente und gute Zusammenarbeit der Akteure hervor, die sie in den Zusammenhang des Welthandels stellte. Dies zeigte auch die hohe Beteiligung der Kommunen an der alljährlichen Fairen Woche. "Meine Damen und Herren, arbeiten Sie weiter in ihren Kommunen am Thema und motivieren Sie bei Ihren vielfältigen Kontakten mit anderen Städten in Deutschland diese, sich für das Themenfeld des Fairen Handels vor Ort zu engagieren."

Bernd Schleich, Geschäftsführer der InWEnt gGmbH hob die Rolle der Kommunen für nachhaltige Entwicklung und fairen Handel hervor: "Dieser Wettbewerb bietet Chancen für mehr Gerechtigkeit. Vor Ort und global." Die Juryvorsitzende Petra Heilig, Geschäftsführerin Weltgebetstag der Frauen, unterstrich seitens der Jury: "Einen Aspekt der Prämierung möchte ich besonders hervorheben: Es ist nicht einfach unterschiedlichste Akteure dauerhaft zusammenzubringen. Dabei ist jeder auf seinem Gebiet Experte. Die ausgezeichneten Städte haben einen langen Atem bewiesen und Vorurteile abgebaut. Eine solche offene Atmosphäre ist gut für das Gelingen von Projekten – auch in der Zukunft."

Entwicklungen, Perspektiven
Die Servicestelle plant auf Empfehlung der Jury den Wettbewerb 2011 zu wiederholen.

Die Dokumentation
Der gesamte Wettbewerb wird dokumentiert.

Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie hier.

Kontakt:
Mit besten Grüßen
Ihr Team Servicestelle Kommunen in der Einen Welt/InWEnt gGmbH
Friedrich-Ebert-Allee 40, D-53113 Bonn
Fon: 0228/4460-1632 | Fax: 0228/4460-1601
info@service-eine-welt.de | www.service-eine-welt.de
V.i.S.d.P.: Michael Marwede
michael.marwede@inwent.org
Claudia Gruszinkat, 06. Jan 2010 20:11