Preisverleihung 
Wettbewerb Hauptstadt des Fairen Handels

Bonn/Bremen, 18. September 2013
Rostock ist Hauptstadt des Fairen Handels 2013. Foto: Dominik Schmitz
Die Hansestadt Rostock darf sich ab sofort "Hauptstadt des Fairen Handels 2013" nennen und das dazugehörige Signet für ihr Stadtmarketing verwenden. Rostock ist die erste Stadt aus den neuen Bundesländern, die den Wettbewerb gewinnt und für ihr Engagement im Bereich des Fairen Handels nun auch sichtbar ausgezeichnet ist.

Für den Schirmherrn des Wettbewerbs, Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel, überreichte seine Parlamentarische Staatssekretärin Gudrun Kopp heute in Bremen die Preise - Erstmalig erhält Rostock als Siegerin auch einen neu geschaffenen Wanderpokal: "Bemerkenswert fand ich die Kreativität, die innovativen Ideen und das konstant hohe Niveau der Projekte bei Bewerbern und Preisträgern. Beharrlichkeit, Leidenschaft und immer neue Einfälle haben den Fairen Handel in die Mitte der Gesellschaft gebracht – von den Amtsstuben auf die Marktplätze, von den Köpfen in die Herzen der Bürger. Der Faire Handel lebt vom Mitmachen – jeder Beitrag zählt. Auch wenn wir nur eine Kommune zur Hauptstadt des Fairen Handels küren können: Mit diesem Wettbewerb wollen wir den Einsatz aller Bürgerinnen und Bürger auszeichnen, die sich in diesem Bereich stark machen. Denn hier zeigt sich, dass Städte und Gemeinden einen unverzichtbaren Beitrag zur Entwicklungspolitik leisten – und darüber freue ich mich auch ganz persönlich."


Die Sieger und ihr Preisgeld:

  • 1. Platz: Hansestadt Rostock (30.000 Euro)
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2. Platz: 
Stadt Neumarkt i. d .Oberpfalz (22.500 Euro), 
Stadt Saarbrücken (22.500 Euro)
  • 4. Platz: Gemeinde Aidlingen (15.000 Euro) 

  • 5. Platz: Stadt Nürnberg (10.000 Euro)

    Weitere Sonderpreise - mit je 1.000 Euro dotiert - gehen für gelungene Einzelprojekte an Aschaffenburg, Chemnitz, Castrop-Rauxel, Hamburg und München.

    Gruppenbild auf der Preisverleihung zur Hauptstadt des Fairen Handels 2013 (Foto: Dominik Schmitz)2013 bewarben sich 70 Kommunen mit 843 Projekten, so viele wie noch nie. Die Jury hatte intensiv und auf Basis der Kriterien, die bereits 2003 erarbeitet worden waren, um die Platzierungen gerungen. "Letztlich waren alle Beiträge ein Zeichen für die vielen kooperativen und kreativen Ideen in den Städten und Gemeinden Deutschlands zur Stärkung des Fairen Handelns. In diesem Jahr wogen alle Bewerbungen schwer und auf einer Waage 69 kg", so Michael Marwede von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt der Engagement Global gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen, die den Wettbewerb im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchführt. 


    
Zum Sieger Rostock

    Die Hansestadt Rostock (Mecklenburg-Vorpommern, 204.500 Einwohner) hat sich erstmals bei diesem Wettbewerb beworben. Rostock arbeitet in Anbetracht des Stadthaushaltes in einem schwierigen Umfeld, ist jedoch sehr kreativ in der Öffentlichkeitsarbeit. Als Tourismusmetropole mit jährlich mehr als 1,5 Millionen Gästen erreicht die Hansestadt mit ihren Aktionen auch eine überregionale Öffentlichkeit. Die Stadtverwaltung unterstützte die Bewerbung sehr, beispielsweise durch Finanzierung von Projekten, durch entsprechende Beschlüsse im Bereich Faire Beschaffung oder indem sie das Rathaus Nichtregierungsorganisationen für Veranstaltungen öffnete. Zahlreiche Projekte sind beispielhaft: Das Thema Fairer Handel wurde in die Schulausbildung, die Ausbildung für die Hotelfachschulen und Universitätsveranstaltungen integriert.

    Saal im historischen Bremer Rathaus während der Preisverleihung zur Hauptstadt des Fairen Handels 2013 (Foto: Dominik Schmitz)In den letzten beiden Jahren hat sich die Hansestadt verstärkt zum Thema Fairer Handel vernetzt. Daraus entstanden beispielsweise gemeinsame Veranstaltungen mit Hamburg, Schwerin und Magdeburg. Bei Vernetzungstreffen in Dortmund und Oslo ergaben sich bundesweite wie internationale Kontakte. Die Jury war beeindruckt von diesen vielen und gut gebündelten Vernetzungen und Werbeaktionen einer Stadt, die mit großen Herausforderungen wie demografischer Wandel, Strukturwandel in der Wirtschaft und sozialen Verwerfungen zu kämpfen hat.

    Die Jury

  • Georg Abel, Verbraucher Initiative e.V. 

  • Christoph Albuschkat, Forum Fairer Handel e.V. 

  • Christian Bruns, Freie Hansestadt Bremen 

  • Lothar Ferber-Hammeke, DZ Bank Mikrofinanzfonds 

  • Lisa Kirfel-Rühle, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 

  • Dieter Overath, TransFair e.V. 

  • Martin Weber, Bündnis Entwicklungspolitische Initiativen Schleswig-Holstein 

  • Axel Welge, Deutscher Städtetag
    Juryvorsitzender war Dieter Overath.

    Finanzierung

    
Den Wettbewerb hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) getragen. Die Preisverleihung 2013 unterstützte die Freie Hansestadt Bremen.

    Perspektiven

    
Auf Empfehlung der Jury plant Engagement Global, den Wettbewerb 2015 zu wiederholen. Alle Bewerber- und Preisträgerkommunen werden 2014 an Erfahrungsaustauschen (zwei Termine, je zwei Tage) teilnehmen, die die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt durchführt. Diese Teilnahme hat jeder Bewerber gewonnen, alle Kosten werden übernommen.

    Gabriela Büssemaker bei der Preisverleihung zur Hauptstadt des Fairen Handels 2013 (Foto: Dominik Schmitz)Gabriela Büssemaker, Hauptgeschäftsführerin der Engagement Global gGmbH, freut sich: "Mit dem Wettbewerb 'Hauptstadt des Fairen Handels' leistet die Servicestelle seit nunmehr zehn Jahren einen wichtigen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Städte und Gemeinden spielen eine gewichtige Rolle in der Förderung des Fairen Handels; und sie unterstützen kreative Ansätze, wie die Preisträger der letzten Jahre und auch die Beiträge in diesem Jahr nachdrücklich unter Beweis gestellt haben. In immer mehr Städten und Gemeinden wird die Idee der 'Fairness' zur Aufgabe."

    Dokumentation

    
In diesem Jahr feiert der Wettbewerb "Hauptstadt des Fairen Handels" sein zehnjähriges Jubiläum. Der sechste Durchlauf (nach 2003) hatte mit der Auslobung am 21. Januar 2013 begonnen, die Bewerbungsfrist am 22. Juli 2013 geendet.

    Der gesamte Wettbewerb wird dokumentiert. Die guten Beispiele werden in die Datenbank auf der Internetseite der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt eingepflegt. Die Kurzfilme der Preisträger werden hier ebenfalls online zu finden sein.

    Weitere Informationen
  • typ: hauptstadtfhtitel:preistraeger2013