Newsletter der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt

Eine-Welt-Nachrichten Nr. 119 | Dezember 2011

Willkommen!

Liebe EWN-LeserInnen,

die Servicestelle blickt auf ein interessantes, spannendes und erfolgreiches Jahr zurück. So konnten wir gemeinsam mit unseren Partnern gleich mehrere neue Netzwerke und Projekte erfolgreich auf den Weg bringen: das Netzwerk Migration und Entwicklung zur engeren Verzahnung von Kommunen, Migrantenorganisationen sowie staatlichen und zivilgesellschaftlichen Entwicklungsorganisationen, die Pilotphase des Projektes „50 Kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“, in der deutsche Kommunen zunächst mit Kommunen in Ghana, Tansania und Südafrika gemeinsame Handlungsprogramme zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung entwickeln und das Netzwerk von deutschen Kommunen mit Partnerschaften in Nordafrika. Zudem fand das erfolgreiche kommunale Partnerschaftsprojekt zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika mit dem Projekt „WM-Brasilien 2014 – Deutschland 2006/2011: Partner für nachhaltige Stadtentwicklung“ seine Fortsetzung. Ein weiterer Höhepunkt bildete die fünfte Runde unseres Wettbewerbs „Hauptstadt des Fairen Handels“, bei dem die Hansestadt Bremen den begehrten Titel erringen konnte. Daneben wurden natürlich auch unsere bewährten Netzwerke zum Bürger- und Beteiligungshaushalt sowie zum Fairen Beschaffungswesen erfolgreich fortgeführt. Diese und weitere Projekte werden auch unsere Arbeit im kommenden Jahr bestimmen – dann allerdings nicht mehr unter dem Dach der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, sondern der neuen Servicestelle für bürgerschaftliches und kommunales Engagement, die am 1. Januar 2012 ihre Arbeit aufnimmt. Zu den Höhepunkten im neuen Jahr zählt sicher die Zwölfte Bundeskonferenz der Kommunen und Initiativen, die vom 14. bis 16. Juni 2012 unter dem Motto „Mehr Engagement für kommunale Entwicklungspolitik“ in Mainz stattfindet. Zugleich blicken wir bei diesem Anlass auf ein kleines, aber feines Jubiläum zurück. Denn seit zehn Jahren bringt die Servicestelle die wichtigsten Akteure kommunaler und kommunal orientierter Entwicklungszusammenarbeit zusammen und berät sie in allen Fragen der kommunalen Entwicklungspolitik – sowohl bei der Aufklärung und Bewusstseinsbildung in den Kommunen selbst als auch bei der Kooperation mit Kommunen im Süden. Ohne die engagierte Mitarbeit aller Akteure vor Ort wäre diese Arbeit allerdings nicht möglich gewesen. Im Namen des gesamten Teams der Servicestelle möchte ich mich deshalb für Ihr Engagement und Ihre Unterstützung bedanken. Wir freuen uns auf eine weitere gute Zusammenarbeit und wünschen Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr.

Anita Reddy, Leiterin der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt


In den heutigen Eine Welt Nachrichten finden Sie folgende Rubriken:
    1. Über uns
    2. Termin-Nachlese
    3. Materialien & Medien
    4. Tipps
    5. Hintergrund
    6. Organisation direkt
    7. Monatshighlight
    8. Wettbewerbe
    9. Spruch des Monats
    10. Kontakt und Hinweise

Die nächsten EWN erscheinen am 16. Januar 2011

Über uns

Umzug der Servicestelle
Ab 1. Januar 2012 firmiert die Servicestelle nicht mehr unter dem Dach der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit. Aber schon jetzt sind wir in neue Räume gezogen. Sie finden uns seit heute unter der neuen Adresse im Tulpenfeld 7 in 53113 Bonn. Die genauen Kontaktdaten und Telefonnummern finden Sie auf unserer Homepage. Sollten wir in den nächsten Tagen zeitweise noch etwas schwer zu erreichen sein, bitten wir jetzt schon um Ihr Verständnis.
Zum SKEW-Team…

Internationaler Auftakt zu kommunalen Klimapartnerschaften
Mit einem Workshop in Dar es Salaam in Tansania wurde vom 14. bis 16. November 2011 der internationale Auftakt der Pilotphase des SKEW-Projektes „50 Kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“ begangen. Erstmals trafen sich VertreterInnen aller beteiligten Kommunen aus Ghana, Südafrika, Tansania und Deutschland, um gemeinsam die nächsten Projektschritte zu planen. Auf der Agenda standen die unterschiedlichen kommunalen Erfahrungen mit Klimawandel und Klimaanpassung, die Erwartungen an das Projekt und die Partnerschaftsarbeit sowie bilaterale Gespräche der Städtepartner und die Vernetzung der kommunalen AkteurInnen. Thematisiert wurde ebenfalls, wie man ein gemeinsames Handlungsprogramm entwickelt. Nachdem der erste Tag vor allem durch gegenseitiges Kennenlernen und Vernetzung der AkteurInnen sowie die Vorstellung des Projektes geprägt war, erhielten die TeilnehmerInnen im Rahmen einer Exkursion am zweiten Tag erste Einblicke in die infrastrukturellen Herausforderungen Dar es Salaams. So zeigte der Besuch einer Mülldeponie ein mögliches klimarelevantes Handlungsfeld für kommunale Partnerschaften auf. Zudem bot die An- und Abreise Gelegenheit, sich mit der Verkehrssituation auf den Straßen der Millionenstadt vertraut zu machen. Der Abschlusstag widmete sich vor allem technischen Details und Konditionen des Klimaprojektes. Gleichzeitig wurde der Fahrplan für die weitere kommunale Zusammenarbeit skizziert und ein Ausblick auf die nächsten Meilensteine bis zum Jahr 2015 gegeben. Im Anschluss an den Workshop besuchten mehrere Delegationen aus Deutschland ihre Partnerkommune. Die Beiträge und Ergebnisse des Workshops werden in einer Dokumentation zusammengefasst. Die Dokumentation zum Vorbereitungstreffen des Workshops der beteiligten deutschen Kommunen am 4. und 5. Oktober 2011 in Bonn liegt unterdessen vor und kann auf Deutsch und Englisch bestellt oder im Internet heruntergeladen werden.
Infos: SKEW, Stefan Wilhelmy, stefan.wilhelmy@giz.de
Zum Projekt “50 Kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“

Infobank zur Einen Welt online
Die Servicestelle hat eine neue Online-Datenbank ins Netz gestellt: die „Infobank zur Einen Welt“. Mit der neuen Infobank können sich Interessierte individuell und schnell über Aktionen und Projekte, Veranstaltungen, Materialien und Organisationen aus vielen Bereichen des entwicklungspolitischen Engagements in Deutschland informieren. Gespeichert sind mehr als 2.000 Einträge, die Sie über unterschiedliche Wege erreichen: über den direkten Zugriff auf einzelne Themen und Akteursgruppen oder durch die Auswahl eines Bundeslandes. Die „Infobank zur Einen Welt“ finden Sie zusammen mit unserer Datenbank zum Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“ in der neu eingerichteten Rubrik „Infothek“ auf unserer Homepage. Schauen Sie rein!
Zur Infothek...

Zweites Netzwerktreffen Migration und Entwicklung
In Kooperation mit dem Agenda 21-Büro der Stadt Hannover lädt die Servicestelle am 7. Februar 2012 zum zweiten bundesweiten Netzwerktreffen Migration und Entwicklung ins Neue Rathaus in Hannover ein. Die Veranstaltung richtet sich an KommunalvertreterInnen aus den Fachbereichen Integration, Internationales, Städtepartnerschaften, Lokale Agenda 21 und Wirtschaftsförderung sowie VertreterInnen lokaler entwicklungs- und integrationspolitischer Netze und Foren. Sie sollen den „doppelten Perspektivwechsel“ befördern, der einerseits die Kompetenzen und Potenziale von MigrantInnen im Handlungsfeld Integration anerkennt und andererseits in der entwicklungspolitischen Diskussion den Blick auf die positiven Aspekte von Migration und Diversität lenkt. Das Netzwerktreffen bietet Raum, Praxiserfahrungen auszutauschen und Wissen aus der Entwicklungszusammenarbeit und der zivilgesellschaftlichen entwicklungspolitischen Netzwerke für die Arbeit auf kommunaler Ebene zu erschließen sowie neue Kontakte zu knüpfen.
Kontakt: SKEW, Dr. Stefan Wilhelmy, stefan.wilhelmy@giz.de
Informationen zum Netzwerktreffen…
Zum Thema Migration und Entwicklung…

Workshop zur Bonner Konferenz für Entwicklungspolitik
Unter dem Titel „Globale Lebensstile – Neue Wege für die Entwicklungspolitik“ findet vom 30. bis 31. Januar 2012 die Dritte Bonner Konferenz für Entwicklungspolitik statt. Im Rahmen dieser Konferenz bietet die Servicestelle einen Workshop zum Thema „Verschwenden und Vernichten? Lebensmittel- und Energiekonsum lokal nachhaltig gestalten“ an. Der Workshop zeigt anhand der Themenfelder Ernährung und Energie/Klima auf, wie sich Lebens- und Konsumstile in den Kommunen der reichen Industrie- und Dienstleistungsstaaten auf die Entwicklung der Kommunen im Süden auswirken und welche Implikationen sich daraus für die Entwicklungspolitik und insbesondere für die Gestaltung von Kommunal-, Schul- oder Kirchenpartnerschaften ergeben. Neben ethischen Problemen, die aus der Verschwendung von Lebensmitteln und Energie im Norden entstehen, sollen konkrete Handlungsmöglichkeiten für einen nachhaltigen Konsum auf privater und lokaler Ebene diskutiert werden. Der Workshop richtet sich an VertreterInnen aus Kommunalpolitik und -verwaltung und an Aktive aus Schul- und Kirchenpartnerschaften sowie kommunalen Partnerschaftsvereinen.
Kontakt: SKEW, Anita Reddy, anita.reddy@giz.de, Dr. Stefan Wilhelmy, stefan.wilhelmy@giz.de
Weitere Informationen zum Workshop…

Aktualisierung des Praxisleitfadens zur Migration
Die Servicestelle führte von 2008 bis 2009 das Pilotprojekt „Migration und Entwicklung auf lokaler Ebene“ durch. Im Kern ging es dabei um die Frage, wie eine Kooperation und Vernetzung zwischen Diasporen und kommunaler Entwicklungszusammenarbeit modellhaft entwickelt und für die Entwicklungspolitik fruchtbar gemacht werden kann. Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen des Pilotprojekts wurden 2010 als Praxisleitfaden veröffentlicht. Dieser beschreibt die Aktivitäten und zentralen Erkenntnisse aus der Prozessphase in den Modellkommunen Bonn, Leipzig, München, Kiel und dem Landkreis Düren. Zudem wird interessierten kommunalen AkteurInnen aufgezeigt, wie sie einen Prozess des Zusammenwirkens von Migration und kommunaler Entwicklungszusammenarbeit erfolgreich initiieren und durchführen können. Aufgrund hoher Nachfrage wurde der Praxisleitfaden überarbeitet und steht Interessierten nun in der Schriftenreihe Dialog Global Nr. 22 auf unserer Internetseite als Download zu Verfügung. Er kann dort oder per E-Mail auch als Druckversion bestellt werden.
Kontakt: SKEW, Deborah Schaeffer, deborah.schaeffer@giz.de
Zur Publikationenseite…

Termin-Nachlese

30.11. bis 01.12.2011, Köln
Erste Nahost-Bürgermeisterkonferenz
Rund 90 VertreterInnen aus Israel, Palästina und Europa trafen sich bei der ersten Nahost-Bürgermeisterkonferenz in der Domstadt. Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters bezeichnete die Gespräche, die in einer freundschaftlichen Atmosphäre stattfanden, als ein positives Signal für die Friedensbemühungen zwischen Israelis und Palästinensern. „Friedensverträge werden zwar zwischen Regierungen verhandelt und unterzeichnet. Sie können aber nur durch die Völker mit Leben erfüllt und realisiert werden“, so Roters, der dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Deutschen Städtetag (DST) für deren Unterstützung bei der Durchführung der Konferenz dankte. Zufrieden zeigten sich auch Isam Akel von der Assosiation of Palestinian Local Authorities und Ruth Wassermann-Lande von der Union of Local Authorities in Israel. In Köln seien konkrete Absprachen getroffen und damit der Grundstein für einen Neuanfang der israelisch-palästinensischen Beziehungen auf kommunaler Ebene gelegt worden. So wollen sich jeweils zwölf Bürgermeister aus Israel und Palästina nun vierteljährlich treffen, um eine Prioritätenliste der in Köln gemeinsam vereinbarten Projekte zu erstellen und dafür Businesspläne und andere Rahmenbedingungen zu erarbeiten. Außerdem soll ein zusätzliches Netzwerk für alle Bürgermeister geschaffen werden, die von der friedensstiftenden Idee auf kommunaler Ebene überzeugt sind und sich engagieren wollen. Diese sollen sich zweimal im Jahr treffen. Die Stadt Köln wird seine Kompetenzen in den Bereichen Gesundheit, Wasserversorgung und Sport einbringen. Außerdem will die Stadt den trilateralen Schüleraustausch mit ihren Partnerstädten Bethlehem und Tel Aviv weiter stärken. Nach der Aufnahme Palästinas Anfang November 2011 in die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) bietet Köln den beiden Partnerstädten auch eine Zusammenarbeit bezüglich historisch bedeutender Bauwerke und Weltkulturerbestätten an. DST-Hauptgeschäftsführer Dr. Stephan Articus nannte es einzigartig, dass aus den aktiven Städtepartnerschaften Kölns zu Tel Aviv und Bethlehem nun ein neues Netzwerk kommunaler Zusammenarbeit in Israel und Palästina hervorgehe.
www.stadt-koeln.de/1/presseservice/mitteilungen/2011/06456

23.11.2011, Internet
Erster Deutscher Online-Energiegipfel
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hatte in Kooperation mit der OpenSpace-Online GmbH zum Ersten Deutschen Online-Energiegipfel eingeladen. Unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen diskutierten rund 50 OberbürgermeisterInnen und BürgermeisterInnen sowie ExpertInnen aus Verwaltung und Verbänden im Internet über die zentrale Rolle der Kommunen bei der Energiewende und welche Möglichkeiten es gibt, den Prozess der Veränderung zusammen mit möglichst vielen BürgerInnen nachhaltig voranzutreiben. Dabei wurden bereits vorhandene oder neue Projekte wie die Bürgerstammtische in Abensberg, die Gründung von Energiegenossenschaften in Wesseling und die Einrichtung von Energieverbrauchsdisplays in Schulen oder anderen öffentlichen Einrichtungen von den TeilnehmerInnen skizziert und diskutiert. Zudem wurden mehr als 800 Kommentare und Beiträge zu 21 von den TeilnehmerInnen selbst formulierten Themen erstellt. Die Konferenz-Ergebnisse sollen ausgewertet und in einem „Online-Energiegipfel-Projektbericht“ veröffentlicht werden.
www.online-energiegipfel.de

12.11.2011, Bonn
Fachmesse ENGAGEMENT WELTWEIT 2011
Die Fachmesse ENGAGEMENT WELTWEIT zur personellen Entwicklungszusammenarbeit war ein voller Erfolg. Wie der veranstaltende Arbeitskreis „Lernen und Helfen in Übersee“ (AKLHÜ) mitteilte, nutzen 1.700 Interessierte aus dem gesamten Bundesgebiet und dem europäischen Ausland die Gelegenheit, sich bei 70 Organisationen über Einsatzmöglichkeiten im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit zu informieren. In Vorträgen und Gesprächsrunden etwa zum Thema Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit, zu den Arbeitsfeldern und Handlungsebenen und zu Qualifizierungsangeboten für internationale Einsätze wurden neue Entwicklungen und Programme vorgestellt, persönliche Erfahrungen vermittelt und zahlreiche Fragen der BesucherInnen beantwortet. Die nächste Fachmesse ENGAGEMENT WELTWEIT wird voraussichtlich im November 2013 stattfinden.
www.engagement-weltweit.de

Materialien & Medien

Klimasparbuch nun auch für Köln
Der oekom verlag hat seine Klimasparbücher für 2012 herausgegeben. Neben den bereits bekannten Klimasparbüchern für München und Frankfurt am Main gibt es nun auch ein Pendant für die Rheinmetropole Köln. Das handliche Gutschein- und Ratgeberbuch zeigt, wie klimafreundliches Handeln im Kleinen und Lokalen funktioniert und wo man ökologisch schlemmen und einkaufen kann. Die Gutscheine für kostenlose Angebote oder Vergünstigungen regen zum klimafreundlichen Handeln im Alltag an und sind nicht nur ein Gewinn für die Lebensqualität jedes Menschen und seiner Stadt, sondern auch für den individuellen Geldbeutel. So bietet das neue Klimasparbuch Köln neben zahlreichen Klimatipps mehr als 50 attraktive Gutscheine für die Domstadt und ihre Umgebung, angefangen von Vergünstigungen auf dem Biobauernhof bis hin zu Rabatte auf Ökomode. Die Klimasparbücher kosten jeweils 4,95 Euro und können im Buchhandel erworben oder beim oekom verlag München bestellt werden.
www.oekom.de/buecher/buchreihen/klimasparbuch/archiv/buch/klimasparbuch-koeln-2012.html

Leitfaden für kommunale Entwicklungszusammenarbeit
Der im Januar 2011 vom Deutschen Städtetag herausgegebene Leitfaden für die kommunale Entwicklungszusammenarbeit liegt mittlerweile auch in englischer Sprache vor. Die Broschüre, die durch die Unterstützung der Servicestelle übersetzt wurde, zeigt anhand von Kooperationsbeispielen deutscher Städte die verschiedenen Möglichkeiten und Formen des kommunalen Engagements in der Entwicklungszusammenarbeit auf. Der Leitfaden richtet sich sowohl an Städte, die noch nicht in der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit aktiv sind und es vielleicht werden wollen, sowie an Kommunen, die bereits lokale Projekte in Entwicklungs- und Transformationsländern durchführen und ihre Zusammenarbeit intensivieren wollen. Angesprochen sind zudem mögliche kommunale Kooperationspartner. Der Leitfaden steht in deutscher und in englischer Sprache im Internet zum Download bereit.
www.rgre.de/fileadmin/redaktion/pdf/kez/2011_Leitfaden_kez.pdf,
www.rgre.de/fileadmin/redaktion/pdf/kez/2011_Leitfaden_kez_en.pdf

Jahresbericht von Fairtrade International
Das Jahr 2010 war wieder ein voller Erfolg für den Fairen Handel. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht von Fairtrade International hervor. Danach konnten die geschätzten Umsätze mit Fairtrade-Produkten im Vergleich zu 2009 über alle Produktgruppen hinweg um 27 Prozent gesteigert werden. Nach Angaben des Dachverbandes der Fairtrade-Siegel-Initiativen und dem Produzenten Netzwerken konnten die Absätze bei fair gehandeltem Wein sogar verdreifacht werden. Alle Zahlen zu Produkten und Absätzen können in dem englischsprachigen Bericht nachgelesen werden, der im Internet zum Download bereitsteht.
www.fairtrade.net/fileadmin/user_upload/content/2009/about_us/FLO_Annual-Financials-Sales_2010.pdf

Sonderbericht des Weltklimarates zum Klimawandel
Der fortschreitende Klimawandel wird weltweit immer häufiger zu Extremwetterereignissen wie lang andauernden Hitzeperioden oder Starkniederschlägen führen. Auf die damit verbundenen Folgen und Risiken ist die Welt aktuell jedoch nur unzureichend vorbereitet. Zu diesem Schluss kommt der Weltklimarat IPCC in seinem neuen Sonderbericht „Management des Risikos von Extremereignissen und Katastrophen zur Förderung der Anpassung an den Klimawandel“, der im November 2011 im Vorfeld zur UN-Klimakonferenz in Durban veröffentlicht wurde. Risiken durch künftige Extremereignisse können dem Bericht zufolge vorrangig auf der regionalen und lokalen Ebene vermieden werden. Dies erfordere jedoch eine verstärkte Abstimmung der Maßnahmen zu Klimaanpassung und Katastrophenschutz. Eine Zusammenfassung des Sonderberichts in englischer Sprache kann im Internet heruntergeladen werden. Der komplette Bericht steht ab Februar 2012 zur Verfügung.
www.ipcc-wg2.gov/SREX/ , www.ipcc-wg2.gov/SREX/images/uploads/SREX-SPM_Approved-HiRes_opt.pdf

Broschüre zum Globalen Lernen in Hessen
Das Entwicklungspolitische Netzwerk Hessen hat eine neue Broschüre zum Globalen Lernen in Hessen herausgegeben. Auf 128 Seiten enthält sie neben vielfältigen konkreten Angeboten für die schulische wie außerschulische Bildungsarbeit einen einführenden konzeptionellen Teil zu Themen, Methoden, Kompetenzorientierung und Qualitätssicherung im Globalen Lernen sowie eine aktuelle Auseinandersetzung mit dem Orientierungsrahmen für Globale Entwicklung und der in Hessen neu eingeführten Ablösung der Fachlehrpläne durch Bildungsstandards. Gute Beispiele aus UNESCO- und Europaschulen motivieren zum Nachmachen und eine Linkliste orientiert bei der Suche nach konzeptionellen Debatten, Handreichungen und direkt einsetzbaren Materialien. Die Broschüre „Globales Lernen in Hessen“ kann gegen eine Versandkostenpauschale bestellt werden.
Bezug: Entwicklungspolitisches Netzwerk Hessen e. V., Vilbeler Str. 36, 60313 Frankfurt am Main, Fon 069/913951-70, Fax 069/2951-04, info@epn-hessen.de
www.epn-hessen.de/cipp/epnh/custom/pub/content,ticket,g_a_s_t/

Neue Bildungsinitiative „Face Hunger“
Die Welthungerhilfe und der ZEIT-Verlag haben die Bildungsinitiative „Face Hunger“ gestartet. Mit einem eigens eingerichteten Internetportal und Unterrichtsmaterialien wollen sie junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren für aktuelle Themen wie Hunger, Lebensmittelverschwendung und nachhaltige Entwicklung sensibilisieren. Die Internetseite bietet neben informativen Videoclips, einem Online-Magazin und leckeren Rezepten aus aller Welt auch Mitmachaktionen, um den Hunger in der Welt zu bekämpfen. Die Jugendlichen können außerdem Petitionen an PolitikerInnen versenden und an einem Ideenwettbewerb teilnehmen. Das Unterrichtsmaterial „Macht mit! Engagiert Euch gegen den Hunger in der Welt“ zeigt SchülerInnen und LehrerInnen neue Wege, wie Hunger zustande kommt und was dagegen getan werden kann.
www.face-hunger.de

Inklusive entwicklungspolitische Broschüren
Der Verein „Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit“ (bezev) hat die ersten entwicklungspolitischen Publikationen herausgegeben, die komplett barrierefrei sind. Damit können sich auch Menschen mit Behinderung über globale Themen informieren und erfahren, wie sie sich entwicklungspolitisch engagieren können. Die zwei Broschüren „Menschen mit Behinderung in Entwicklungsländern“ und „Inklusion von Menschen mit Behinderung in der Entwicklungszusammenarbeit“ zeigen die besondere Lebenssituation von Menschen mit Behinderung in Entwicklungsländern und erklären, wie sie sich aus der Armut befreien können. Das Aktionsheft „Ich mache mit!“ gibt Beispiele, wie man sich hier vor Ort für Menschen mit Behinderung in Entwicklungsländern engagieren kann. Neben diesen drei Broschüren gehören eine Version in „Leichter Sprache“ und eine CD für sehbeeinträchtige Menschen zum Aktionspaket. Interessierte können das kostenlose Aktionspaket über das Internet anfordern.
Infos: www.bezev.de/aktionen-kampagnen/behinderung-und-entwicklung-was-geht-mich-es-an.html, Bezug: www.bezev.de/anmeldungen/broschueren.html

Neue Studie zur Rohstoffförderung in Entwicklungsländern
SÜDWIND hat eine neue Studie herausgegeben, in der die Situation der Rohstoffförderung in Entwicklungsländern und die Rolle internationaler Bergbaugesellschaften analysiert werden. In der Studie stellt die Autorin die hohen Gewinne der Unternehmen der bitteren Armut der dort lebenden Bevölkerung gegenüber und diskutiert, welche Maßnahmen nachhaltige Investoren in dieser Situation ergreifen, um die Lage der Benachteiligten zu verbessern. Im zweiten Teil geht sie auf die Frage ein, welche ethischen Probleme mit Investitionen an Warenterminbörsen verbunden sind und ob es aus dieser Sicht zu vertreten ist, an Warenterminbörsen zu investieren. Die Studie „Spekulation im Schatten. Nachhaltigkeit und Investitionen in Rohstoffe.“ steht als Download im Internet zur Verfügung und kann zum Preis von fünf Euro bestellt werden.
Bezug: SÜDWIND, info@suedwind-institut.de,
www.suedwind-institut.de/...Spekulation_im_Schatten._Nachhaltigkeit_und_Investitionen_in_Rohstoffe.pdf

Tipps

Mitmachen beim Deutschen Aktionstag Nachhaltigkeit
Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ruft zur aktiven Teilnahme am „Deutschen Aktionstag Nachhaltigkeit“ am 4. Juni 2012 auf. An dem Aktionstag rückt das von der Bundesregierung berufene Beratungsgremium vorbildliche Nachhaltigkeitsinitiativen ins öffentliche Rampenlicht, als Botschaft an die Ende Juni 2012 im brasilianischen Rio de Janeiro stattfindende Weltkonferenz für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen („Rio+20“). Einzelpersonen, Ministerien, Kommunen, Verbände und Vereine, Stiftungen und kirchliche Organisationen können sich an dem Aktionstag beteiligen und ihre Projekte und Ideen auf einer eigens eingerichteten Internetseite registrieren. Dort können sie sich auch einen Überblick über bereits angemeldete Projekte verschaffen. Zur Bekanntmachung geplanter Aktionen stellt der RNE zudem Logos, Flyer und Poster zur Verfügung.
www.aktionstag-nachhaltigkeit.de

Schulungen zu umweltfreundlicher öffentlicher Beschaffung
Das Europasekretariat von ICLEI – Local Governments for Sustainability bietet in Zusammenarbeit mit dem Öko-Institut e. V. im Rahmen des Projekts „Landmarken setzen“ maßgeschneiderte „Train-the-Trainer“-Workshops zu umweltfreundlicher öffentlicher Beschaffung in Deutschland an. Ein Expertenteam vermittelt dabei Aus- und FortbilderInnen in den Bereichen Einkauf, Umweltschutz und nachhaltiger Entwicklung, wie Verwaltungen Kosten senken und gleichzeitig einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten können. Die Schulungen vor Ort werden an die Erfahrungen und bestehenden Curricula der TeilnehmerInnen angepasst. Sie umfassen die rechtlichen Rahmenbedingungen, Haushaltsplanung und Kommunikation sowie die Bewertung der Lebenszykluskosten und Kohlendioxid-Emissionen. Je nach Wunsch können Schwerpunkte gesetzt und auf spezielle Produkt- und Dienstleistungsgruppen eingegangen werden. Nach der Schulung können die TeilnehmerInnen sich auch bei der praktischen Umsetzung durch ICLEI unterstützen lassen.
Kontakt: ICLEI – Europasekretariat, Team Nachhaltige Beschaffung, Leopoldring 3, 79098 Freiburg, Fon 0761/36892-0, procurement@iclei.org
www.oeko.de/files/aktuelles/application/pdf/landmarken_setzen_flyer.pdf

Hintergrund

Gewinner beim Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz 2011“
Die Gewinner des Wettbewerbs „Kommunaler Klimaschutz 2011“ stehen fest. Neun Kommunen, die besonders vorbildliche Maßnahmen, Strategien oder Aktionen im Klimaschutz umgesetzt haben, wurden am 23. November 2011 in Berlin von Bundesumweltminister Norbert Röttgen geehrt. In der Kategorie der innovativen Maßnahmen für den Klimaschutz in einem kommunalen Gebäude ausgezeichnet wurden der Landkreis Barnim für sein Projekt „Energieeffizientes Dienstleistungs- und Verwaltungszentrum ‚Paul-Wunderlich-Haus‘“, der Landkreis Görlitz für die „Energetische Sanierung des Schulkomplexes Olbersdorf bei Zittau“ und die Ortsgemeinde Hillesheim für das „Passivhausprojekt: Bürgerhaus Hillesheim“. Alle drei Kommunen erhielten jeweils 40.000 Euro. Der Sieg in der Kategorie „Strategien zur Umsetzung des kommunalen Klimaschutzes“ und jeweils 20.000 Euro gingen an die Landeshauptstadt Stuttgart für das „Stadtinterne Contracting“, die Gemeinde Bollewick für das Projekt „Kooperationsnetzwerk (Bio)EnergieDörfer Mecklenburg-Vorpommern“ und die Hansestadt Hamburg für das Programm „Unternehmen für Ressourcenschutz“. Ebenfalls 20.000 Euro erhielten die Gewinner der Kategorie „Aktionen zur Beteiligung und Motivation der Bevölkerung bei der Realisierung von Klimaschutzmaßnahmen“. Ausgezeichnet wurden hier die Stadt Bad Hersfeld für die Kampagne „Bad Hersfeld saniert sich“, die Stadt Herten für die Aktion „Herten steigt auf – Strukturwandel mit dem Rad erfahren“ sowie die Stadt Karlsruhe für die Kampagne „Ich mach Klima“. An dem vom Bundesumweltministerium in Kooperation mit der „Servicestelle Kommunaler Klimaschutz“ beim Deutschen Institut für Urbanistik ausgerichteten Wettbewerb hatten sich insgesamt 237 Projekte beteiligt. Detaillierte Informationen zu den ausgezeichneten Projekten gibt es im Internet.
www.kommunaler-klimaschutz.de/wettbewerb

Hannover nun auch Europäische Hauptstadt der Biodiversität
Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover ist für ihre Bemühungen um den Erhalt und Ausbau von Grünflächen mit dem Titel „Europäische Hauptstadt der Biodiversität“ ausgezeichnet worden. Hannover, das im Frühjahr bereits den Bundeswettbewerb gewonnen hatte, bemüht sich seit Jahren um ein grünes und lebenswertes Wohn- und Arbeitsumfeld in der Stadt. Die Stadt fördere die biologische Vielfalt vor Ort und widme sich dem Erhalt und dem Ausbau innerstädtischer Grünflächen, hieß es bei der Preisverleihung am 24. November 2011 in Brüssel. Neben Hannover wurden auch das südfranzösische Montpellier, die ungarische Kleinstadt Szentes, Kremnica in der Slowakei und das spanische Dorf Puebla de Sanabria ausgezeichnet. Die fünf Gewinnerkommunen hatten sich bei den von der Deutschen Umwelthilfe koordinierten nationalen Wettbewerben in Deutschland, Frankreich, Spanien, Ungarn und der Slowakei gegen 385 andere Kommunen durchgesetzt.
www.capital-biodiversity.eu, www.biodiversitaetskommune.de

Würzburg nun Fairtrade-Stadt
Die Stadt Würzburg darf sich nun „Fairtrade-Stadt“ nennen. Wie Stadtratsmitglied Benita Stolz bei der Verleihung am 23. November 2011 berichtete, startete Würzburg bei der Bewerbung nicht bei Null. Als Meilensteine auf dem Weg zur Fairtrade-Stadt bezeichnete sie unter anderem die Gründung des Eine Welt Forums 1991, den Würzburger Partnerkaffee und die Gründung von Ökopax, die seit 1995 jährlich den Würzburger Friedenspreis verleihen. Zudem bieten mittlerweile rund 45 Geschäfte Produkte aus Fairem Handel an. Anlässlich der Titelverleihung wurde auch die Broschüre des Eine-Welt-Forums Würzburg neu aufgelegt. Sie bietet viele Informationen rund um den Fairen Handel. „Für Würzburg ist der Titel Fairtrade-Stadt rückblickend eine Belohnung für großes Engagement, bedeutet aber mit Blick in die Zukunft auch weiterhin eine Verpflichtung für Fairen Handel“, betonte Würzburgs Oberbürgermeister Georg Rosenthal.
www.wuerzburg.de/...Wuerzburg_ist_offizielle_Fairtrade-Stadt.html?gallery_pager1=1, www.fairtrade-towns.de

Deutscher Lokale Nachhaltigkeitspreis für Neumarkt
Der Stadt Neumarkt ist in der Kategorie „Kommunen“ mit dem Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis „Zeitzeiche(N)“ ausgezeichnet worden. Die Stadt erhielt den Preis für ihr Stadtleitbild „Neumarkt – Starke Stadt“ sowie den seit 2003 mit großem bürgerschaftlichen Engagement betriebenen Nachhaltigkeitsprozess. Mit der Realisierung ihres Stadtleitbildes, mit Lern-Förderprogrammen im Sinne von Nachhaltigkeit oder dem Förderprogramm zum energetischen Bauen und Sanieren sei die Stadt ein Vorbild auch über die nationalen Grenzen hinaus, heißt es in der Begründung. Zudem werde Neumarkt im kommenden Jahr bereits zum fünften Mal die Neumarkter Nachhaltigkeitskonferenz mit vielen Engagierten aus Wirtschaft und Politik durchführen. Verliehen wurde die Auszeichnung im Rahmen des Kongresses „Rio+20 – Nachhaltig vor Ort!“ und des fünften Netzwerk21Kongresses, die vom 7. bis 9. Dezember 2011 in Hannover stattfanden. Deutsche Lokale Nachhaltigkeitspreise in weiteren Kategorien gingen an die Umwelt-Jugendherberge Brilon, das Welthaus Bielefeld e. V., die ECO-Watt GmbH & Co KG aus Freiburg, das fokus O.-Forum der Selbständigen Oberursel e. V. und die Schülerfirma „Namaste Nepal S-GmbH“ des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Freiberg.
www.netzwerk21kongress.de/zeitzeichen/de/preistraeger_2011.asp

Fast vier Millionen Kilometer bei Aktion „Stadtradeln“
Weit mehr als 20.000 RadlerIinnen traten bei der Aktion „Stadradeln 2011“ in die Pedale. Wie das Klima-Bündnis mitteilte, waren dabei auch mehr als 500 Mitglieder der kommunalen Parlamente aus rund 60 deutschen Kommunen mit von der Partie. Den Angaben zufolge legten die TeilnehmerInnen von Juni bis Mitte Oktober 2011 nahezu vier Millionen Radkilometer zurück und ersparten der Umwelt im Vergleich zur Autofahrt fast 600 Tonnen Kohlendioxid. Als fahrradaktivstes Kommunalparlament radelte Rheinberg vor Moosburg an der Isar und Leipzig ins Ziel. In der Kategorie „Fahrradaktivste Stadt mit den meisten Radkilometern“ belegte Dresden vor Tübingen und Leipzig den ersten Platz. Bei der „Fahrradaktivsten Stadt mit den meisten Radkilometern pro EinwohnerIn“ war ebenfalls Rheinberg erfolgreich, gefolgt von Meldorf und Weßling.
www.stadtradeln.de

Bekenntnis der Bundeskanzlerin zu den UN-Millenniumszielen
Die Bundesregierung steht zum UN-Millenniumsziel, 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für die Entwicklungszusammenarbeit aufzuwenden. Dies machte Bundeskanzlerin Angela Merkel am 30. November 2011 vor dem Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Bundestages deutlich. Seit 2003 habe Deutschland diese Quote um mehr als ein Zehntelprozent auf gegenwärtig knapp 0,4 Prozent erhöht. „Wir stehen damit nicht ganz schlecht, aber auch nicht ganz gut da – aber wir sind besser geworden“, sagte Merkel. Zudem bekräftigte die Kanzlerin, am Ziel einer Finanztransaktionssteuer festhalten zu wollen. Inwieweit die Mittel auch für die Entwicklungszusammenarbeit verwendet werden könnten, ließ sie allerdings offen.
www.bundestag.de/presse/hib/2011_11/2011_495/01.html

Europäischer Solarpreis für Rhein-Hunsrück-Kreis
Der Rhein-Hunsrück-Kreis ist am 2. Dezember 2011 in der Kategorie „Städte/Gemeinden, Landkreise und Stadtwerke“ mit dem Europäischen Solarpreis 2011 ausgezeichnet worden. Die Europäische Vereinigung für erneuerbare Energien e. V. Eurosolar würdigte damit die systematischen Aktivitäten zur Steigerung der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien des Landkreises, der die Energieversorgung komplett auf regionale, erneuerbare Quellen umstellen will. In einem Grundsatzbeschluss des Kreistages vom Dezember 2006 wurde ein Energiekonzept für lokales und regionales Stoffstrommanagement erstellt. Mit Erfolg: 2012 wird der Kreis mit 160 Windkraftanlagen zum Energieexporteur. Bis 2014 soll die Stromerzeugung aus regenerativen Energien sogar auf 236 Prozent gesteigert werden. Hinzu kommen 17 Anlagen, die Strom aus Biomasse erzeugen. Zudem werden neue Einfamilienhäuser mittlerweile zu mehr als 50 Prozent mit Wärmepumpen versorgt. Auch Solaranlagen und Holzheizungen sind deutlich im Aufwind. Der Europäische Solarpreis wird seit 1994 jährlich an Kommunen, Unternehmen, Einzelpersonen sowie an Organisationen vergeben, die sich um die Nutzung und Anwendung erneuerbarer Energien verdient gemacht haben.
www.eurosolar.de/de/index.php?option=com_content&task=view&id=1582&Itemid=363

Aktion für ökologisch-soziale Beschaffung in Kommunen
Der Verein Vamos und das Food First Informations- und Aktions-Netzwerk FIAN Deutschland haben am 16. November 2011 in Köln Online-Unterschriften an den Deutschen Städtetag übergeben. Damit fordern 160 BürgerInnen aus ganz Deutschland von ihren Kommunen, in Zukunft nur noch sozial und ökologisch verantwortlich hergestellte Produkte zu beschaffen. Von der öffentlichen Hand werden jährlich Waren und Dienstleistungen in Höhe von 400 Milliarden Euro beschafft. Das sind 17 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Den größten Teil dieser Aufträge erteilen Kommunen. Diese massive Kaufkraft kann international anerkannten sozialen und ökologischen Standards in der weltweiten Produktion zum Durchbruch verhelfen. „Solange die Bundesregierung entsprechende Gesetze nicht erlässt und auch noch viele Landesregierungen nur zögerlich in diese Richtung gehen, müssen die Kommunen selber handeln“, erklärte Gertrud Falk von FIAN Deutschland bei der Unterschriftenübergabe. Steffi Neumann von Vamos e. V. ergänzte: „160 Mal wurden die Kommunen nun aufgefordert, ihre Beschaffungspraxis zu verändern. Die BürgerInnen sollten nicht aufhören, von ihren Kommunen öko-soziale Vergabekriterien zu fordern.“ Die gedruckte Postkarte „Öko-soziale Beschaffung – jetzt! Jede Kommune zählt“ kann weiterhin auch postalisch an Kommunen versendet werden.
www.vamos-muenster.de/vamos/index.php, www.fian.de/online

Sieger im Wettbewerb „Energieeffizienz in Kommunen 2011“
Im Rahmen des Wettbewerbs „Energieeffizienz in Kommunen – Gute Beispiele 2011“ wurden vier Projekte aus Duisburg, Rastatt, Rastede und Worms mit Preisgeldern von insgesamt 25.000 Euro prämiert. Die Stadtwerke Duisburg AG erhielt den Preis für ihr Energiesparprogramm „e2“. Das Projekt bündelt Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in Privathaushalten und Unternehmen. Ein weiterer Preis ging an die Stadt Rastatt für ihr „Fifty-Fifty-Energiesparprojekt“, das seit mehr als zehn Jahren erfolgreich an Rastatter Schulen durchgeführt wird. Die Stadtverwaltung Worms überzeugte mit der Generalsanierung einer großen Sporthalle aus dem Jahr 1978. Das Projekt beinhaltete die energetische Modernisierung der Gebäudehülle sowie die Erneuerung der Gebäudetechnik. Ein Anerkennungspreis ging an die Gemeinde Rastede für ihr kommunales Energiemanagement. Der Wettbewerb wurde von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) mit Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie sowie in Kooperation mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund durchgeführt.
www.energieeffizienz-online.info/index.php?id=1234

Organisation direkt

50 Jahre Adveniat
Das Hilfswerk Adveniat blickt auf sein 50-jähriges Bestehen zurück. Der Name leitet sich von der lateinischen Vater-Unser-Bitte „Adveniat regnum tuum“ ab, übersetzt „Dein Reich komme“. Das Hilfswerk wurde 1961 von der Deutschen Bischofskonferenz unter maßgeblicher Förderung des damaligen Essener Bischofs Franz Hengsbach ins Leben gerufen. Seitdem unterstützt Adveniat als größtes Lateinamerika-Hilfswerk Europas die katholische Kirche in Lateinamerika und der Karibik und deren Einsatz für Arme, Verfolgte und Minderheiten. Seit seiner Gründung konnte das Hilfswerk mehr als zwei Milliarden Euro an Spenden sammeln. Jedes Jahr fördert Adveniat mehr als 3.000 Projekte mit rund 40 Millionen Euro. Das Spektrum der geförderten Projekte reicht von der Ausbildung junger Ordensleute und von Katecheten über den Bau von Kapellen und Kirchen sowie der Anschaffung von Fahrzeugen für ausgedehnte Landpfarreien bis hin zum Aufbau von Rundfunksendern. Die jährliche Kampagne zugunsten von Adveniat wird traditionell am ersten Adventssonntag eröffnet und endet mit der bundesweiten Weihnachtskollekte. Während dieser Zeit wird jeweils ein Land Lateinamerikas oder ein wichtiges Thema der Kirche vor Ort in den Mittelpunkt gerückt und um Spenden geworben.
www.adveniat.de

Monatshighlight

UN-Dekade der Biodiversität 2011 von 2020
Die Vereinten Nationen haben im Rahmen des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt die UN-Dekade der Biodiversität 2011 bis 2020 ausgerufen. Ziele sind der Schutz der biologischen Vielfalt, ihre nachhaltige Nutzung und der Zugang zu genetischen Ressourcen als auch ein gerechter Ausgleich der Vorteile, die sich aus dieser Nutzung ergeben. Auch das gesellschaftliche Bewusstsein für den Wert der biologischen Vielfalt und die Verantwortung für den Schutz und die nachhaltige Nutzung sollen gefördert werden. Dazu sind alle gesellschaftlichen Akteure aufgerufen, sich bereits 2012 unter dem Schwerpunktthema „Vielfalt genießen – Naturzeit ist Freizeit“ mit Aktivitäten einzubringen. Auf Bundesebene hat das Bundesumweltministerium mehrere Initiativen gestartet. So wurden etwa im Förderprogramm „Naturschutzgroßprojekte mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung“ bisher 76 Projekte mit mehr als 400 Millionen Euro gefördert. Daneben werden 125.000 Hektar bundeseigene Flächen als „Nationales Naturerbe“ langfristig erhalten. Mit dem neuen „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ wiederum werden konkrete Projekte zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt mit jährlich 15 Millionen Euro gefördert. Das Bundesumweltministerium und das Bundeslandwirtschaftsministerium wollen zudem mit dem „Waldklimafonds“ ab 2013 Maßnahmen zur Anpassung der heimischen Wälder an den Klimawandel, zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen sowie zur Sicherung und Erhaltung der Kohlenstoffspeicherung von Wäldern und Holzprodukten jährlich mit 35 Millionen Euro unterstützen.
www.un-dekade-biologische-vielfalt.de, www.biologischevielfalt.de

Wettbewerbe

Einsendeschluss 12.02.2012
Schreibwettbewerb „Ist dir der Wald Wurst?“
Warum steckt in der Wurst auch Wald? Wie hängt unser hoher Fleischkonsum mit dem Klimawandel zusammen? Welche Folgen hat das für die Welternährung? Der World Wide Fund For Nature (WWF) ruft Jugendliche auf, diesen und ähnlichen Fragen im Rahmen des Schreibwettbewerbs „Ist dir der Wald Wurst?“ auf den Grund zu gehen. Mitmachen können Jugendliche im Alter zwischen 15 und 20 Jahren sowie Redaktionsteams von Schülerzeitungen. Nachdem eine Jury in den Kategorien „Bester Artikel“ und „Beste Schülerzeitung“ ihre Favoriten ausgewählt hat, entscheidet ein Online-Voting in der WWF Jugend-Community über die SiegerInnen. Die beste Schülerzeitungsredaktion und die AutorInnen der drei besten Einzelartikel dürfen an einem Workshop zum Thema Umweltkommunikation sowie am weltumspannenden WWF-Event Earth Hour 2012 in Berlin teilnehmen.
www.wwf-jugend.de/durchstarten/fleischfrage/startseite/

Einsendeschluss 12.02.2012
Kurzfilmwettbewerb „Green I Tube“
Das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) schreibt unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, einen Kurzfilmwettbewerb aus. Gesucht werden Kurzfilme und Videospots mit einer Länge von maximal fünf Minuten, die sich auf kreative, informative und unterhaltsame Art mit dem Thema umweltfreundliche Informationstechnik, kurz „Green IT“, beschäftigen. Mitmachen können alle, die sich für den Bereich „grüne Informationstechnik“ interessieren. Angesprochen sind neben HobbyfilmerInnen auch SchülerInnen sowie Studierende und Auszubildende in Medienberufen. Die Beiträge sollen auf YouTube hochgeladen und so öffentlich gemacht werden. Der Hauptpreis beträgt 1.000 Euro.
www.izt.de/izt-im-ueberblick/profil/izt-kurzfilmwettbewerb

Einsendeschluss 26.02.2012
Klimaschutz-Wettbewerb „Klima & Co“
Deutschlands höchstdotierter Klimaschutz-Wettbewerb für Schulen geht in die dritte Runde. Im Schuljahr 2011/2012 werden wieder innovative und überzeugende Konzepte gesucht, mit denen Schulen nachhaltig Kohlendioxid einsparen. Teilnehmen können Schulen aller Schulformen ab der fünften Jahrgangsstufe in Deutschland. Die drei besten Schulen erhalten für die Umsetzung ihrer eingereichten Klimakonzepte 50.000, 30.000 und 20.000 Euro. Zehn weitere Schulen werden mit Sonderpreisen in Höhe von jeweils 10.000 Euro ausgezeichnet. Begleitet wird der von der Deutschen BP und dem Zeitbild Verlag veranstaltete Wettbewerb durch fünf regionale Lehrerfortbildungen, bei denen Lehrkräfte Informationen zum Klimaschutz im Unterricht und Tipps für die Teilnahme an „Klima & Co“ erhalten.
www.klima-und-co.de

Einsendeschluss 29.02.2012
Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte
Die Stiftung des früheren Tagesthemen-Moderators Ulrich Wickert sucht Berichte und Reportagen, die in herausragender Weise auf die Kinderrechte und insbesondere auf die Situation von Mädchen aufmerksam machen. Teilnehmen können RedakteurInnen aller Ressorts und freie JournalistInnen in Deutschland und den 50 Partnerländern des Kinderhilfswerks Plan International Deutschland e. V. mit Beiträgen aus Print- oder Onlinemedien sowie Hörfunk und Fernsehen. Dotiert ist der „Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte“ mit insgesamt 18.000 Euro. Ein Sonderpreis würdigt die Medienarbeit von Kindern und Jugendlichen in den Partnerländern des Kinderhilfswerks. Unter dem Dach der Stiftung Hilfe mit Plan hatte Wickert im Mai 2011 seine eigene Stiftung gegründet.
www.ulrich-wickert-stiftung.de

Einsendeschluss 29.02.2012
Europäischer Preis für nachhaltige Energie
Privat oder öffentlich finanzierte Vorhaben, die einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der energiepolitischen Ziele der Europäischen Union leisten, können sich wieder um den Europäischen Preis für nachhaltige Energie bewerben. Der so genannte Sustainable Energy Europe Award wird in Kategorien „Kommunikation“, „Lernen“, „Wohnen“, „Produktion“, „Konsum“ und „Reisen“ vergeben. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Europäischen Woche für nachhaltige Energie, die vom 18. bis 22. Juni 2012 in Brüssel stattfindet.
http://eusew.eu/awards-competition

Einsendeschluss 29.02.2012
Internationaler Fotowettbewerb „Energie im Fokus“
Das Fachgebiet Entwerfen und Energieeffizientes Bauen des Fachbereichs Architektur der Technischen Universität Darmstadt lobt gemeinsam mit seinen Partnern aus dem EU-Projekt „10ACTION“ den Schülerwettbewerb „Energie im Fokus“ aus. Der Wettbewerb richtet sich an SchülerInnen aller Schularten zwischen zehn und 19 Jahren. Gesucht werden Fotos, die den Einsatz erneuerbarer Energien und Ressourcen im täglichen Leben zeigen. Dabei können die Jugendlichen das Thema ernsthaft oder humoristisch, poetisch oder kritisch, narrativ, fiktiv, dokumentarisch oder metaphorisch umsetzten. Für die drei besten Fotos gibt es 600, 300 und 150 Euro. Zudem qualifizieren sie sich für den internationalen Wettbewerb, der zwischen Jugendlichen aus Spanien, Portugal, Griechenland, Österreich und Deutschland ausgetragen wird und für den nochmals Preise in Höhe von 1.000, 700 und 350 Euro vergeben werden.
http://www.ee.architektur.tu-darmstadt.de/ee/startseite/wbw10actionfoto.de.jsp

Einsendeschluss 29.02.2012
Schülerwettbewerb „Face Hunger!“
Im Rahmen ihrer Bildungsinitiative „Face Hunger“ rufen die Deutsche Welthungerhilfe und der Zeit-Verlag SchülerInnen zwischen 15 und 24 Jahren auf, sich am gleichnamigen Wettbewerb zu beteiligen. Eingereicht werden können Einzel- oder Gruppenprojekte, die auf kreative Art dokumentieren, wie jeder Einzelne in seinem Alltag dazu beitragen kann, den Hunger in der Welt zu besiegen. Ob Blogs, Filme oder Songs – jedes Engagement zählt. Die GewinnerInnen werden zur Fachtagung „Move! United for Sustainable Development“ im April 2012 nach Bonn eingeladen.
www.face-hunger.de/content/face-hunger-%E2%80%93-mach-mit

Einsendeschluss 29.02.2012
Energiepreis „ManagEnergy Local Energy Action Award“
Die Generaldirektion Energie und Transport der Europäischen Kommission ruft zur Einreichung von Fallstudien für den „ManagEnergy Local Energy Action Award“ auf. Ausgezeichnet werden herausragende Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz, die auf lokaler oder regionaler Ebene umgesetzt werden. Teilnehmen können lokale und regionale Behörden, Energieagenturen oder Akteure der Entwicklung nachhaltiger Energieprojekte. Die besten Projekte werden am 19. Juni 2012 im Rahmen der Europäischen Woche für nachhaltige Energie in Brüssel ausgezeichnet. Zudem werden ausgewählte Fallstudien in einer Broschüre veröffentlicht und auf verschiedenen Veranstaltungen präsentiert.
www.managenergy.net/casestudies_actionaward.html

Spruch des Monats

„Die Ware Weihnacht ist nicht die wahre Weihnacht.“
Kurt Marti, Schweizer Pfarrer und Schriftsteller

Kontakt und Hinweise

Mit besten Grüßen
Ihr Team Servicestelle Kommunen in der Einen Welt/GIZ GmbH
Tulpenfeld 7, 53113 Bonn
info@service-eine-welt.de
V.i.S.d.P.: Michael Marwede
Redaktion: barbara.baltsch_consultant@giz.de
Claudia Gruszinkat, 17. Jan 2012 11:20