Geschichte der Bundeskonferenzen der Kommunen und Initiativen
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9. Bundeskonferenz der Kommunen und Initiativen
Magdeburg, 18.-20. 11.2004
Stimmen und Gesichter
Worum ging es?
Das Konferenzthema „Globalisierung gestaltet Kommunen - Kommunen gestalten Globalisierung“ gab die inhaltliche Ausrichtung der 9. Bundeskonferenz der Kommunen vor. Es galt, die Gestaltungspotenziale der verschiedenen Akteure im Globalisierungsprozess zu bestimmen. Im Verlauf der Konferenz konnten die oft beachtlichen Leistungen und Handlungsmöglichkeiten der Kommunen für die Entwicklungszusammenarbeit dargestellt werden. Gemeinsam wurden Thesen und Forderungen entwickelt, die in Handlungsempfehlungen mündeten.
Was wurde gemeinsam erarbeitet?
Im zunehmenden globalen Wettbewerb müssen die Kommunen und Regionen ihre Potenziale als Orte von lokaler Identität und Kreativität besser nutzen. Dazu müssen entsprechende Leitbilder und Rahmenbedingungen geschaffen werden. Es gilt schon vorhandene Potenziale – wie lokale Ressourcen, Netzwerke, bürgerliches Engagement und interkulturellen Dialog - zu stärken. Daneben müssen Strategien für Planungs- und Steuerungsinstrumente ausgebaut und bürokratische Barrieren abgebaut werden. Hierzu gehört auch eine Umstellung auf faires Beschaffungswesen und der Einsatz eines Bürger- und Beteiligungshaushaltes. Die Nichtregierungsorganisationen können noch größere Wirksamkeit durch Kooperation mit ihren Kommunen erzielen, wenn MigrantInnen und BürgerInnen mit Migrationshintergrund in die entwicklungspolitische Arbeit einbezogen werden. Bund und Länder werden aufgefordert, diese kommunalen Potenziale vermehrt zu erschließen und die Rahmenbedingungen für kommunale Entwicklungszusammenarbeit zu verbessern.
Wer war dabei?
VertreterInnen aus kommunaler Verwaltung und Politik, Nichtregierungsorganisationen, Spitzenverbänden, Dienstleistern und Wissenschaft reisten in die sachsen-anhaltinische Landeshauptstadt Magdeburg. Insgesamt tauschten 157 Menschen ihre Erfahrungen, Positionen und Ideen zur Gestaltung kommunaler Entwicklungszusammenarbeit aus. Neben den TeilnehmerInnen waren das Projektteam vertreten, das die Ziele, Zielgruppen, inhaltliche Ausrichtung und Struktur, Referenten sowie Tagungsort und Moderation vorbereitet, diskutiert und gemeinsam entschieden hatten, vertreten.
Finanziert wurde die Konferenz durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Land Sachsen-Anhalt, T-Mobile und die Stadt Magdeburg.
Welche Programmbausteine gab es?
Vorträge namhafter Referenten boten reichlich Diskussionsstoff, der in Tischgesprächen, im so genannten World Café, vertieft werden konnte. So war ein Kennen lernen und Mischen der TeilnehmerInnen anhand vorgegebener Fragen möglich. In sechs Arbeitsgruppen gab es weiteren Raum für Diskussionen. Die Teilnehmer konnten sich zwischen den Themen kommunale Partnerschaften, faires Beschaffungswesen, Bürger- und Beteiligungshaushalt, interkulturelle Kompetenz, entwicklungspolitische Beiträge osteuropäischer Länder und Megacities entscheiden. Nach den Impulsvorträgen der ReferenInnen wurde anhand von Leitfragen oft kontrovers, doch immer lebhaft und in Lösungsansätzen mündend diskutiert. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden nicht in einer Plenumsrunde dokumentiert, sondern durch ein Redaktionsteam zusammengetragen. So konnten die Resultate am Schlusstag dem Plenum in einer Talkrunde zur Diskussion und Entscheidung präsentiert werden.
Wurde „nur“ gearbeitet?
Die Konferenzteilnehmer hatten auch Gelegenheit während der Veranstaltung die Ausstellung „1000 Families“ zu besichtigen, die im Veranstaltungsort, der Johanniskirche, gezeigt wurde. Natürlich gab es auch die Möglichkeit, die gastgebende Stadt Magdeburg zu besichtigen. Während einer Stadtführung in der über 2000 Jahre alten Stadt wurde u.a. der Dom besichtigt und ein kleines Orgelkonzert geboten.
Wie wurde die Konferenz beurteilt?
Damit wir uns den Vorstellungen der TeilnehmerInnen noch mehr nähern können, fand eine Evaluation der Konferenz statt. Dabei wurden die einzelnen Elemente der gesamten Konferenz beurteilt. Mittels eines Fragebogens benoteten die TeilnehmerInnen die Planungs-, Umsetzung- und Begleitelemente der Bundeskonferenz. Aus allen Antworten ergaben sich die jeweiligen Mittelwerte/Noten. Das positive Gesamturteil über alle Bewertungen ergab 1,8.
Weitere Informationen
Dokumentation: Globalisierung gestaltet Kommunen - Kommunen gestalten Globalisierung. Neunte Bundeskonferenz der Kommunen und Initiativen, Magdeburg (18.-20. 11.2004)
Magdeburger Empfehlungen. Die Ergebnisse der 9. Bundeskonferenz.
Die Dokumentation (Dialog Global Nr. 12) und die Empfehlungen können Sie hier bestellen.