Geschichte der Bundeskonferenzen der Kommunen und Initiativen


Meilensteine | Übersicht seit 1988 | München 2009 | Hamburg 2006 | Magdeburg 2004


9. Bundeskonferenz der Kommunen und Initiativen
Magdeburg, 18.-20. 11.2004

Stimmen und Gesichter

Lutz TruemperDr. Lutz Trümper, Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg: "Kommunen sind die Orte, die vor allem die Menschen auf unterschiedlichen Ebenen zusammenführen. Außerhalb von Deklaration und politischen Verträgen geschieht hier das Erlebnis Globalisierung."
Gunter HilligesGunther Hilliges, Leiter des Landesamtes für Entwicklungszusammenarbeit Bremen: "Mit der Gründung der außerordentlich effizienten, vielseitigen und sachkundigen Servicestelle gelingt es zunehmend besser, auch den aus der wachsenden Europäisierung der Nord-Süd-Arbeit resultierenden Aufgaben für alle Ebenen in Deutschland besser gerecht zu werden."

Sanda-Beatrice BitereSanda-Beatrice Bitere, Regionalbezirksrätin für Europäische Integration in der Kreisverwaltung Iasi, Rumänien: "Durch Partnerschaften können wir voneinander lernen und uns gegenseitig voranbringen, das gilt im privaten Bereich ebenso wie bei Städtepartnerschaften oder Kooperationen zwischen verschiedenen Institutionen. Voneinander lernen, gemeinsam gestalten und die Einbeziehung vieler verschiedener Akteure sind wichtige Voraussetzungen für den Erfolg von langfristigen Entwicklungen."

Hans de JongeHans de Jonge, Nord-Süd-Zentrum des Europarates in Lissabon, Special Representative of the Secretary, General at the North-South Centre: "Local governance is the best way of ensuring that the fight against poverty and the struggle for sustainable development really reaches the most indigent and vulnerable populations."
Herbert SchmalstiegDr. h.c. Herbert Schmalstieg, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover: "Den großen Herausforderungen einer gerechten Gestaltung der Globalisierung können wir nur in einer gemeinsamen Anstrengung aller Politikebenen begegnen. Städte und Regionen sollten hier selbstbewusste, vor allem jedoch lebhafte Akteure sein."

Erich StatherErich Stather, Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ): "Und hier zeigt sich der unschätzbare Vorteil der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit: Sie ist unmittelbar an den Bürgerinnen und Bürgern „dran“."
Udo SchlüterUdo Schlüter, Geschäftsführer des Eine Welt Netz NRW e.V. / Arbeitsgemeinschaft der Eine-Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V. (agl): "Wenn es darum geht, über den eigenen Kirchturm hinaus zu schauen, dann sind Eine-Welt-Initiativen die geborenen Partner der Kommunalpolitik."
Ullrich SierauUllrich Sierau, Stadtrat Stadt Dortmund: " (…) wir müssen über den Tellerrand schauen und wir wollen deshalb auch das Thema als eine kommunale Gestaltungsaufgabe sehen."
Axel NordmannAxel Nordmann, imug Institut für Markt-Umwelt-Gesellschaft – an der Universität Hannover: "Eine-Welt-Arbeit ist aus meiner Sicht eine sehr gute Chance, verschiedene Stakeholder der Stadt bzw. der Gemeinde in Kontakt zu bringen."
Hans-Joachim DöringHans-Joachim Döring, Beauftragter für den Kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen: "Die Beispiele aus der Kirche (…) können aber zeigen: auch in Zeiten knapper Kassen und großen Sparens, Streichens und Stechens können substantielle Mittel für Entwicklungszusammenarbeit bereitgestellt werden. Das ist letztlich keine Frage des Geldes sondern eine Frage der Wichtig- und der Wertigkeit."

Dirk_MessnerDr. Dirk Messner, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE): "Lokale Akteure müssen sich weltweit vernetzen. Das ist ein Prozess, der mit dieser Konferenz und mit den Vorläufer-Konferenzen stattgefunden hat, und angestoßen wird, um Ihre Interessen einbringen zu können und von einander lernen zu können."

Worum ging es?
Das Konferenzthema „Globalisierung gestaltet Kommunen - Kommunen gestalten Globalisierung“ gab die inhaltliche Ausrichtung der 9. Bundeskonferenz der Kommunen vor. Es galt, die Gestaltungspotenziale der verschiedenen Akteure im Globalisierungsprozess zu bestimmen. Im Verlauf der Konferenz konnten die oft beachtlichen Leistungen und Handlungsmöglichkeiten der Kommunen für die Entwicklungszusammenarbeit dargestellt werden. Gemeinsam wurden Thesen und Forderungen entwickelt, die in Handlungsempfehlungen mündeten.

Was wurde gemeinsam erarbeitet?
Im zunehmenden globalen Wettbewerb müssen die Kommunen und Regionen ihre Potenziale als Orte von lokaler Identität und Kreativität besser nutzen. Dazu müssen entsprechende Leitbilder und Rahmenbedingungen geschaffen werden. Es gilt schon vorhandene Potenziale – wie lokale Ressourcen, Netzwerke, bürgerliches Engagement und interkulturellen Dialog - zu stärken. Daneben müssen Strategien für Planungs- und Steuerungsinstrumente ausgebaut und bürokratische Barrieren abgebaut werden. Hierzu gehört auch eine Umstellung auf faires Beschaffungswesen und der Einsatz eines Bürger- und Beteiligungshaushaltes. Die Nichtregierungsorganisationen können noch größere Wirksamkeit durch Kooperation mit ihren Kommunen erzielen, wenn MigrantInnen und BürgerInnen mit Migrationshintergrund in die entwicklungspolitische Arbeit einbezogen werden. Bund und Länder werden aufgefordert, diese kommunalen Potenziale vermehrt zu erschließen und die Rahmenbedingungen für kommunale Entwicklungszusammenarbeit zu verbessern.

Wer war dabei?
VertreterInnen aus kommunaler Verwaltung und Politik, Nichtregierungsorganisationen, Spitzenverbänden, Dienstleistern und Wissenschaft reisten in die sachsen-anhaltinische Landeshauptstadt Magdeburg. Insgesamt tauschten 157 Menschen ihre Erfahrungen, Positionen und Ideen zur Gestaltung kommunaler Entwicklungszusammenarbeit aus. Neben den TeilnehmerInnen waren das Projektteam vertreten, das die Ziele, Zielgruppen, inhaltliche Ausrichtung und Struktur, Referenten sowie Tagungsort und Moderation vorbereitet, diskutiert und gemeinsam entschieden hatten, vertreten.
Finanziert wurde die Konferenz durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Land Sachsen-Anhalt, T-Mobile und die Stadt Magdeburg.

Welche Programmbausteine gab es?
Vorträge namhafter Referenten boten reichlich Diskussionsstoff, der in Tischgesprächen, im so genannten World Café, vertieft werden konnte. So war ein Kennen lernen und Mischen der TeilnehmerInnen anhand vorgegebener Fragen möglich. In sechs Arbeitsgruppen gab es weiteren Raum für Diskussionen. Die Teilnehmer konnten sich zwischen den Themen kommunale Partnerschaften, faires Beschaffungswesen, Bürger- und Beteiligungshaushalt, interkulturelle Kompetenz, entwicklungspolitische Beiträge osteuropäischer Länder und Megacities entscheiden. Nach den Impulsvorträgen der ReferenInnen wurde anhand von Leitfragen oft kontrovers, doch immer lebhaft und in Lösungsansätzen mündend diskutiert. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden nicht in einer Plenumsrunde dokumentiert, sondern durch ein Redaktionsteam zusammengetragen. So konnten die Resultate am Schlusstag dem Plenum in einer Talkrunde zur Diskussion und Entscheidung präsentiert werden.

Wurde „nur“ gearbeitet?
Die Konferenzteilnehmer hatten auch Gelegenheit während der Veranstaltung die Ausstellung „1000 Families“ zu besichtigen, die im Veranstaltungsort, der Johanniskirche, gezeigt wurde. Natürlich gab es auch die Möglichkeit, die gastgebende Stadt Magdeburg zu besichtigen. Während einer Stadtführung in der über 2000 Jahre alten Stadt wurde u.a. der Dom besichtigt und ein kleines Orgelkonzert geboten.

Wie wurde die Konferenz beurteilt?
Damit wir uns den Vorstellungen der TeilnehmerInnen noch mehr nähern können, fand eine Evaluation der Konferenz statt. Dabei wurden die einzelnen Elemente der gesamten Konferenz beurteilt. Mittels eines Fragebogens benoteten die TeilnehmerInnen die Planungs-, Umsetzung- und Begleitelemente der Bundeskonferenz. Aus allen Antworten ergaben sich die jeweiligen Mittelwerte/Noten. Das positive Gesamturteil über alle Bewertungen ergab 1,8.

Weitere Informationen
Dokumentation: Globalisierung gestaltet Kommunen - Kommunen gestalten Globalisierung. Neunte Bundeskonferenz der Kommunen und Initiativen, Magdeburg (18.-20. 11.2004) pdf iconDownload (2363 KB)
Magdeburger Empfehlungen. Die Ergebnisse der 9. Bundeskonferenz.
pdf iconDownload (41 KB)
Die Dokumentation (Dialog Global Nr. 12) und die Empfehlungen können Sie hier bestellen.

Claudia Gruszinkat, 12. Apr 2011 20:08