Geschichte der Bundeskonferenzen der Kommunen und Initiativen


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10. Bundeskonferenz der Kommunen und Initiativen
Hamburg, 23.-25.11.2006

Dokumentation
pdf iconGlobalisierung gestaltet Kommunen – Kommunen gestalten Globalisierung. Zehnte Bundeskonferenz der Kommunen und Initiativen, Hamburg 2006 (pdf, 5,4MB)

Erklärung der 10. Bundeskonferenz:
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Die Dokumentation (Dialog Global Nr. 16) und die Erklärung können Sie hier kostenlos bestellen.

Pressemitteilung, 15.11.2006: Bundeskonferenz in Hamburg - Kommunen sind Partner für nachhaltige Entwicklung weltweit
Programm: pdf icondeutsch pdf iconenglish | Einladung: pdf icondeutsch

Stimmen und Gesichter

Michael FreytagDr. Michael Freytag, Senator für Stadtentwicklung und Umwelt der Freien und Hansestadt Hamburg: "Um alle lokalen Potenziale zu erschließen, bedarf es der Zusammenarbeit mit der Bürgergesellschaft und mit innovativen Unternehmen. Nicht zuletzt brauchen Städte und Gemeinden Unterstützung durch übergeordnete Ebenen, also Länder, Bund und EU."

Bernd SchleichBernd Schleich, Geschäftsführer der InWEnt gGmbH: "Damit wird deutlich, dass die Bundeskonferenz nicht nur Spiegel, sondern immer auch Motor der Internationalisierung der Kommunalpolitik war und ist. Eine Entwicklung, die wir als InWEnt unterstützen möchten."
Heidemarie Wieczorek-ZeulHeidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: "Kommunen sind bereits starke Partner in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. (…) Ihr Beitrag zu den weltweiten Entwicklungszielen und insbesondere zur Bekämpfung der Armut in der Welt ist mitentscheidend für einen Erfolg der Weltgemeinschaft, die Vision der Vereinten Nationen von einem Leben, frei von Armut, Furcht und ökologischer Zerstörung für alle Menschen zu verwirklichen."

Heinrich HoffschulteDr. Heinrich Hoffschulte, Erster Vizepräsident des deutschen RGRE, Oberkreisdirektor a.D.: "Die kommunalen Gebietskörperschaften sind berechtigt, im Rahmen der vom Gesetz vorgegebenen Bedingungen mit den kommunalen Gebietskörperschaften anderer Staaten zusammenzuarbeiten (Art.10 Absatz 3 der Europäischen Kommunalcharta)."

Father Smangaliso MkhatshwaFather Smangaliso Mkhatshwa, Erster Präsident des Weltverbands der Kommunen (UCLG): "The answer, for me, lies in partnerships in city to city cooperation, in the sharing of information and knowledge, in the exchange of best practices, in partnerships between the public and the private sectors, in the involvement of local communities, in mutual capacity building and technical advice, in advocating decentralization and relevant funding, in promoting sound corporate governance – including accountability, responsibility, transparency, and non-corruption in twinning arrangements and in networks and alliances."

Franz NuschelerProf. Dr. Franz Nuscheler, Direktor des Instituts für Entwicklung und Frieden: "Gute Integrationspolitik ist auch gute kommunale Entwicklungszusammenarbeit, vielmehr die beste Entwicklungszusammenarbeit, nicht zuletzt deshalb, weil sie in manchen Stadtteilen die Entwicklung von Dritte Welt-Verhältnissen verhindern kann."
Peter KnipPeter Knip, Geschäftsführer der Vereinigung niederländischer Gemeinden (VNG) – International: "That is why the minister for Development Cooperation in a recent reaction to the Dutch Parliament emphasized on the role that organisations such as VNG with its membership can play to develop capacities at local level - not only for enhancing governance but also to capacitate local governments and their national associations to pull down resources from central level."

Jakob von UexküllJakob von Uexküll, Stifter des alternativen Nobelpreises/Right Livelihood Award: "Die alten Israeliten bezeichneten mit dem Begriff „hochma” die Wissenschaft des Herzens, die Kapazität zu fühlen und zu handeln, als ob die Zukunft von jedem Einzelnen abhinge. Solche Werte müssen wir wieder entwickeln."
Rita SüssmuthProf. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D./Mitglied der UN-Kommission für internationale Migration: "Immer mehr Kommunen nehmen sich des Integrationsthemas an. Migranten wie Einheimische arbeiten an gemeinsamen Projekten, die sich auf alle Lebensbereiche erstrecken: (…) Dabei bestimmt Empowerment, die Menschen stark machen, das heißt Stärken eines jeden entdecken und einsetzen, Schwächen in Stärken verwandeln, das Humanpotenzial nutzen, das Handeln."

Thomas FettbackThomas Fettback, Oberbürgermeister der Stadt Biberach: "Zur Frage der Finanzierung (…) die Situation der meisten Städte ist haushaltpolitisch betrachtet wirklich schlecht. Doch jeder Euro, der in kommunale Kooperationen investiert wird, verdoppelt und verdreifacht sich, gerade auch mit Blick auf die Wirtschaft und Bildungseinrichtungen."

Konferenzgegenstand/inhalt
Kommunale Akteure sehen sich vielgestaltigen Herausforderungen der Globalisierung, gerade in den Arbeitsfeldern Partnerschaft und Integration, gegenüber. Diese Leitthemen beschäftigten die TeilnehmerInnen der 10. Bundeskonferenz der Kommunen in Hamburg. Angesichts der wachsenden Bedeutung der Kommunen für die internationale Zusammenarbeit müssen sich die kommunalen Akteure zur Gestaltung der Globalisierung auf ihre lokalen Potenziale rückbesinnen. Nur so kann das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung verwirklicht werden. Eine Kommune, die weltoffen und international vernetzt ist, erhöht entscheidend ihre Zukunftsfähigkeit.

Arbeitsergebnisse
Die Zusammenarbeit mit Menschen mit Migrationshintergrund ist eine zentrale kommunale Gestaltungsaufgabe, um die Probleme des globalen und demographischen Wandels besser zu lösen. Kommunale Akteure können durch Kooperation, Vernetzung und Austausch eine erfolgreiche europäische und internationale Partnerschaftsarbeit leisten. Dabei ist hierbei die Verwirklichung der Millenniums-Entwicklungsziele und der Agenda 21 eine gemeinsame Aufgabe, die mit dem Prinzip der kommunalen Selbstverwaltung erfolgreich umgesetzt werden kann. Auch Partnerschaftsarbeit stellt eine wertvolle Investition in die eigene kommunale Entwicklung dar. Bund, Länder und EU-Ebene werden aufgefordert, dieses Engagement zu unterstützen, rechtliche Sicherheit zu schaffen und angemessene Ressourcen bereit zu stellen.

Erklärung
Traditionsgemäß endete auch diese Bundeskonferenz der Kommunen mit einer Erklärung, die für die kommunale entwicklungspolitische Arbeit eine politisch praktische Wirkung erzielen will. In der lebhaften Abschlussrunde konnten wurden zunächst Prioritäten des Diskussionsbedarfs ermittelt. Wegen der Vielzahl der detaillierten Formulierungsvorschläge entschied sich das Plenum für ein alternatives Verfahren zum Beschluss der Endfassung, die zwei Wochen danach vorgestellt wurde.

TeilnehmerInnenstruktur
Wie auch bei den vorangegangenen neun Bundeskonferenzen der Kommunen und Nichtregierungsorganisationen waren unter den 155 Teilnehmenden in Hamburg alle relevanten kommunalen Akteure der Entwicklungszusammenarbeit vertreten. Ein Projektteam hatte nach einem Follow up der vorangegangenen Konferenz und einer Befragung der Mitträger der Konferenz, eine aktuelle Standortbestimmung vorgenommen und die Umfrageergebnisse für die Konferenzvorbereitung berücksichtigt. Die Finanzierung erfolgte durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der Freien und Hansestadt Hamburg.

Konferenzbausteine/struktur/Methodische Bausteine
Bei dieser Konferenz kam erstmals das so genannte MobiTED zum Einsatz, das eine sofortige Ermittlung und Veröffentlichung der Meinungsbilder der Teilnehmenden ermöglichte. Durch Kleingruppenarbeit in Tischgesprächen wurde ein Kennen lernen der Teilnehmenden gefördert. Vorträge anerkannter und prominenter Referenten boten dem Plenum ebenso wie die beiden Podiumsdiskussionen Diskussionsstoff. In vier Arbeitsforen trugen Impulsreferenten ihre Erfahrungen und Thesen vor, die von den Teilnehmenden beraten wurden. Dabei wurden die Themen Integration, Interkulturalität und Entwicklungszusammenarbeit, sowie Zusammenarbeit Kommune-Zivilgesellschaft und Kommune-Kommune, Finanzierung kommunaler Partnerschaften und Entwicklungszusammenarbeit und schließlich die Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele und Agenda 21 diskutiert. Die Ergebnisse jedes Forums flossen in den Formulierungsvorschlag der Abschlusserklärung mit ein.

Kulturelles Rahmenprogramm
Der Senatsempfang im Hamburger Rathaus beeindruckte alle Teilnehmenden. Auch der Besuch der HafenCity mit Besuch des Kesselhauses oder die alternativ zur Wahl stehende Teilnahme an einer alternativen Hafenrundfahrt boten einen eingehenden Einblick in den Stadtstaat Hamburg. Die multimediale Theatervorführung des Pantheater Hamburg e.V. rundete einen der Abende themengerecht ab.

Evaluation
Nach Abschluss der Hamburger Konferenz erhielten alle Teilnehmenden einen Fragebogen, in dem ihr Urteil zu den einzelnen Konferenzaspekten erwünscht war. Die quantitative Auswertung der Feedbackfragebögen ergab ein Gesamturteil von 1,66 – damit ist die Zufriedenheit der KonferenzteilnehmerInnen im Vergleich zur vorhergehenden Bundeskonferenz noch gestiegen.
Claudia Gruszinkat, 12. Apr 2011 20:07